Leben Aus Bickers Bücherregal: Dunkelsprung

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.© Anna Bicker

Ob zum Ausspannen oder um nach der Arbeit den Kopf frei zu bekommen: Für impulse-Chefassistentin Anna Bicker gibt es dafür nichts Besseres als ein gutes Buch. In einer neuen Serie stellt sie auf impulse.de regelmäßig ihren jüngsten Lesestoff vor. Dieses Mal: "Dunkelsprung" von der Bestseller-Autorin Leonie Swann.

Buchcover
Dunkelsprung

Leonie Swann


Verlag: Goldmann, erschienen am 10. November 2014, 384 Seiten, 19,99 Euro


Bewertung ♦♦♦♦♦

„Dies ist kein Märchen“, sagte die Schneckenfrau zu Frank Green. Und irgendwie hat sie auch Recht. Gut, da ist der Flohzirkusdirektor Julius Birdwell, der nach einer Wiedererweckungszeremonie, bei der ihm eine Faun-Dame zur Hand geht, telepathisch mit seinen Flöhen kommuniziert. Und der Privatdetektiv Frank Green, der zwar nichts von seiner Persönlichkeitsstörung weiß – dafür aber die grüne geflügelte Echse, die er im Schlafzimmer einer verschwundenen alten Dame findet, lieber als Wahnvorstellung denn als Realität klassifiziert. Dann noch der Bösewicht: Der Magier Isaac Fawkes, der sprechende Bäume und andere seltsame Wesen gefangen hält. Und die ganze Geschichte beginnt mit der Entführung einer Meerjungfrau…

„Aber das klingt doch voll nach Märchen, mit den Fabelwesen und so!“ denken Sie sich sicherlich. Ist es aber nicht. Leonie Swanns Dunkelsprung trägt den Untertitel „Vielleicht kein Märchen“ nicht zu unrecht. In einer Fabel wären die Guten die Guten und die Bösen wären wirklich niederträchtig, unhöflich und überhaupt ein schlimmes Übel. Ist dieser Unterschied am Anfang des Buches noch recht deutlich, ist man sich zum Ende der Geschichte nicht mehr ganz so sicher, wer nun auf welcher Seite steht. Dabei wechselt Swann geschickt zwischen Realität, Fantasie und der Realität, wie ihre Figuren sie sehen, hin und her. Mal poetisch, mal mit schwarzem Humor und manchmal irgendwie ein wenig abstrus nimmt sie den Leser mit auf eine Reise in eine Welt, die die unsere sein könnte. Oder auch nicht. Oder nur meine oder die Ihre.

Ihnen empfehle ich: Lesen Sie dieses Buch! Sie werden verwirrt sein, lachen und sich hin und wieder angenehm gruseln.

Mir empfehle ich: Das Buch nochmal lesen. Es gibt sicherlich noch einiges darin zu entdecken.

1 Kommentar
  • CS 5. Dezember 2014 12:45

    Ah – diese Poe-Ausgabe in der hervorragenden Übersetzung von Wollschläger/Schmidt habe ich auch. Leider hat mir mal jmd. einen Band geklaut. Zum Glück nur irgendwelche Briefe.

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