Leben Aus Bickers Bücherregal: Mord am Lord

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.© Anna Bicker

Ob zum Ausspannen oder um nach der Arbeit den Kopf frei zu bekommen, für impulse-Chefassistentin Anna Bicker gibt es nichts Besseres als ein gutes Buch. Ihr jüngster Lesestoff: "Mord am Lord" von B. a. Robin, ein Krimi in Miss-Marple-Manier.

Buchcover
Mord am Lord

B. a. Robin

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Verlag: Goldfinch Verlag, 263 Seiten, 11,95 Euro


Bewertung ♦♦♦♦♦

Eigentlich hatte sich Theo seinen Urlaub anders vorgestellt: Statt nach Großbritannien zu fahren, wäre er lieber zu Hause geblieben. Und das Kulturprogramm seiner besten Freundin Josie ist auch nicht gerade nach seinem Geschmack – ein Besuch im Museum ihrer Lieblings-Krimiautorin Agatha-Christina Sotheby, inklusive Vorlesung! Einfach fürchterlich!

Doch er hat eine Wette verloren und so fügt sich Theo (murrend) seinem Schicksal. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem Josie ihn durch eine Seitentür des Museums schleift und die beiden sich unvermittelt im neuesten und bisher unvollendeten Roman Sothebys in Gestalt der Ermittlerduos Miss Rutherford und Mr. Stringer wiederfinden. Ihre einzige Chance auf eine Rückkehr in die Realität ist die Aufklärung des Mordes am Lord – was sich als äußerst schwierig erweist, wenn man, statt den Krimi zu lesen, in persona vor Ort ist.

Wer Agatha Christie kennt und gelesen hat, findet einige Parallelen zwischen ihren Geschichten rund um die Amateurdetektivin Miss Marple (hier Miss Rutherford), die gerne strickt und nebenbei komplizierte Mordfälle löst. Da hört die Ähnlichkeit dann aber auch auf. Der Anfang der Story wirkt holprig und, mit Ausnahme der Hauptfigur Theo, sind alle Protagonisten eher blass bis durchsichtig.

Theos Antipathie gegen alles und jeden mag am Anfang noch amüsant sein, doch seine ständigen Beschwerden übers Wetter, das Essen, die Einrichtung, die Kleidung, die Gesamtsituation … nun, kurzum: spätestens zur Hälfte des Buches wünscht man sich, der Mörder würde ihn als nächstes Opfer wählen.

Spätestens bei der dritten, offensichtlich falschen Spur zum Mörder vergeht der Spaß am Miträtseln und man kann sich nur noch über die kleinen Bonmots britischen Humors freuen, die das Buch zumindest ein wenig lesenswert machen.

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