Leben Aus Bickers Bücherregal: Mordsommer

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.

Blick ins Bücherregal der Chefassistentin von impulse, Anna Bicker.© Anna Bicker

Ob zum Ausspannen oder um nach der Arbeit den Kopf frei zu bekommen: Für impulse-Chefassistentin Anna Bicker gibt es dafür nichts Besseres als ein gutes Buch. Auf impulse.de stellt sie regelmäßig ihren jüngsten Lesestoff vor. Dieses Mal: "Mordsommer" von Rudi Jagusch.

Buchcover
Mordsommer

Rudi Jagusch


Verlag: Heyne Verlag, erschienen am 9. März 2015, 464 Seiten, 9,99 Euro


Bewertung ♦♦♦♦

Spätestens in dem Moment, in dem die aufstrebende Anwältin Nina Lehmann die Nachricht mit dem Inhalt „Ich kenne dein Geheimnis 1992“ liest, kann sich der Leser vorstellen wohin die Reise geht. Die Protagonistin wird alles tun, um zu verhindern, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Denn gerade jetzt kann sie sich keinen Skandal leisten.

Eine Einladung in eine verlassene Gegend irgendwo in den Bergen folgt, wo Nina auf die Mitglieder ihrer Jugendgang stößt – alte Freunde, die heute nur noch ein Pakt verbindet, den sie 1992 geschlossen haben. Kurz nach ihrem Eintreffen beginnt das Sterben und die Jagd auf die für die Clique überlebenswichtige Antwort auf die Frage: Wer will sich an uns rächen? Denn über das „Warum“ sind sich alle im Klaren: ihr „Geheimnis 1992“.

Mein erster Gedanke zu dem Buch war „Die Story kenn ich doch!“. Und tatsächlich erinnert in diesem Buch vieles an den 1997 veröffentlichten Horrorfilm „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Glücklicherweise fokussiert sich Rudi Jagusch in „Mordsommer“ wenig darauf, seine Charaktere nach und nach abzuschlachten. Im Vordergrund steht der psychische Druck auf die Gruppe, deren dunkles Geheimnis erst mit der Zeit gelüftet wird. Der Leser ist hin- und hergerissen zwischen der Abscheu wegen dem, was Nina Lehmann und ihre Freunde in ihrer Jugend getan haben und der Sorge, wer von den teilweise doch einigermaßen sympathischen Protagonisten den Wahnsinn überlebt.

Geschickte Wechsel zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sowie Ausflüge in den Geist des (möglichen) Täters wecken den Detektiv in einem. Und die Kapitelenden mit Cliffhanger-Charakter lassen das Buch praktisch in den Händen festkleben und machen die teilweise fehlende Tiefe der Figuren wieder wett. Ein Thriller wie er sein soll.

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