Leben Barbie geht unter die Entrepreneure

Sie war im Weltall, hatte schon 150 verschiedene Berufe und kandidierte sechsmal für das Präsidentenamt. Doch jetzt will Barbie es wirklich wissen: Sie gründet ihre eigene Firma. Ob sich so eine neue Generation von Unternehmerinnen prägen lässt?

Im pinken Kostüm und Highheels, die Laptop-Tasche und eine Tabellenkalkulation unter dem Arm: So macht sich die neue Entrepreneur-Barbie des Spielzeugkonzerns Mattel auf den Weg in die Kinderzimmer dieser Welt. Dass Barbie sich in Berufen zeigt, die abseits des Bikini-Ballerina-Elfenflügelchen-Klischees liegen, ist zwar nichts Neues: Schon 1985 gab es die erste Business Executive Barbie. Auch eine Astronautenbarbie gab es schon und seit 1992 versuchte es Barbie sechsmal mit einer politischen Karriere. Doch ein Unternehmen gegründet hatte die Puppe bisher noch nie.

In vier Haarfarben von blond bis schwarz ist die neue Barbie seit diesem Monat erhältlich. Bei der Figur allerdings gibt es keine Abstufungen: Die Puppe ist auch diesmal so schmal gebaut, dass eine Nutzerin bei Twitter sich fragt, ob sie junge Mädchen nun animieren möchte, besonders ambitioniert zu sein oder besonders dünn. Auch das Outfit findet nicht nur Freunde. Es entspreche einem uralten Stereotyp, so ein Twitter-Nutzer.

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Ein Nagelstudio? Eine Damenboutique? Oder doch eher ein mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen? Was Barbie gründen wird, ist der Fantasie der kleinen Mädchen überlassen.

Die neue Entrepreneur-Barbie

Der Kritik, Kindern ein unerreichbares Schönheitsideal und veraltete Rollenbilder zu vermitteln, sieht Mattel sich praktisch dauerhaft ausgesetzt. Mit einer neuen Kampagne unter dem Schlagwort „unapolegetic“, was so viel heißt wie kompromisslos, setzt der Konzern immerhin auf ein neues Frauenbild – selbstbewusst, ambitioniert, erfolgreich. Die Entrepreneur-Barbie wird mit dem Slogan verkauft: „If you can dream it, you can be it.“

Bei Twitter gibt es dazu geteilte Meinungen: Manche begrüßen die Unternehmer-Barbie, eine Nutzerin schreibt, sie werde sie ihrer zukünftigen Tochter in zwanzigfacher Ausfertigung schenken. Andere sind kritisch und meinen, Unternehmertum hätte etwas vielseitiger dargestellt werden können. Ins Gespräch gebracht hat sich Mattel mit der neuen Puppe aber in jedem Fall.

Der Fantasie der Kunden bleibt es überlassen, welche Art von Firma Barbie Millcent Roberts, so der vollständige Name der Kunstfigur, denn eigentlich gründen möchte. Vielleicht gibt es für die Gründungsphase analog zur Barbie-Traumvilla demnächst ja auch das Barbie-Beta-Haus.

Bei Twitter wird unter den Hashtags #barbie #entrepreneur über die Gründer-Puppe diskutiert. Hier einige Stimmen:

 

 

 

 

 

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