Berufsgruppen im "Tatort" Der Mörder ist immer der … Unternehmer

Wenn Unternehmer im "Tatort" auftauchen, wird's gefährlich: Sie sind besonders oft die Mörder.

Wenn Unternehmer im "Tatort" auftauchen, wird's gefährlich: Sie sind besonders oft die Mörder.© urbanguerillero / photocase.de

Raffgierig, ausbeuterisch, skrupellos - Unternehmer haben in Deutschland nicht den besten Ruf. Womöglich ist das Fernsehen mitschuld am miesen Image: Im "Tatort" sind Unternehmer auf die Rolle des Bösewichts abonniert.

In 47 Jahren „Tatort“ wurde viel Blut vergossen: 1156 Mörder machten die Kommissare in der beliebten ARD-Reihe dingfest. Das Vergleichsportal Netzsieger.de hat nun ausgewertet, wem die „Tatort“-Drehbuchautoren besonders häufig die Täterrolle zuschreiben. Das Ergebnis: Die mit Abstand mörderischste Berufsgruppe sind Unternehmer, Manager und Selbstständige. Sie begingen 109 Morde. Damit war jeder zehnte „Tatort“-Mörder Unternehmer – ein einsamer Spitzenwert.

Sogar Berufskriminelle sind seltener die Bösewichte

Egal ob Kiesgrubenbesitzer, Zirkuseignerin oder Inhaber einer Sicherheitsfirma, Unternehmer scheinen sich in den Augen der Drehbuchautoren perfekt für die Rolle des Bösewichts zu eignen. Selbst Berufskriminelle machten die Drehbuchautoren seltener zum Killer als Unternehmer.

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Und der Gärtner, der sprichwörtlich immer der Mörder ist? War nur in einer einzigen Folge der Reihe der Täter.

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Unternehmer werden im „Tatort“ überdurchschnittlich oft als Mörder dargestellt. Nervt Sie das?

Die Netzsieger-Ergebnisse als Infografik

Alle Tatort-Folgen im Überblick

Infografik – Quelle: Netzsieger

3 Kommentare
  • Jürgen Schöntauf 15. Juni 2017 19:00

    Das betrifft leider nicht nur den Tatort. Bereits unsere Kinder wachsen mit einem merkwürdigen Unternehmerbild auf. Seien es Filme wie die Bibi und Tina-Reihe, die Neuverfilmung von Robbi, Tobi und das Fliewatüt oder viele andere Beispiele: Der Bösewicht in in den meisten Fällen ein Unternehmer. Das zieht sich durch die Bücher und Hörspiele von den Drei ???-Kids, TKKG, fünf Freunde und wie sie alle heißen. Oft haben die Unternehmer passende Namen wie Richie Raff, der Spielzeugfabrikant aus einer bekannten Serie bei Kika, Beutolomäus, der sprechende Sack des Weihnachtsmanns, oder Hans Kakmann aus den ersten, sehr erfolgreichen Bibi und Tina Filmen. Insofern ist Fernsehen und Kino nicht nur einfach Unterhaltung, sondern durchaus Meinungsbildend.

  • Holger Dädlow 14. Juni 2017 17:51

    Mörder nach Berufsgruppen,
    ein sehr interessantes Thema. Ironischerweise sind ja auch Richter, Staatsanwälte, Geistliche und Polizisten im wirklichen Leben Mörder.
    Gibt es darüber eine Statistik (der man trauen kann) .
    Bei Strattatstatistiken gibt es ja Zuordnungen (von denen man wissen muß wie zugeordnet wird). Beispiel: Hannover hat viele Schwarzfahrer in öffentlichen Transportmitteln. Diese Schwarzfahrer kommen aber nicht zwingend aus Hannover, werden aber Hannover zugeordnet. Oder Geschwindigkeitsüberschtreitungen z. B. in Wilhelmshaven gehen als Wilhelmshavener Straftaten in die Statistik ein, obwohl die Fahrer aus anderen Orten stammen.

  • Simone Weinert 14. Juni 2017 14:26

    Vielleicht, ist aber auch das Fernsehen und dessen Drehbuchautoren nur ein Spiegel der Gesellschaft. In einer Neidgesellschaft wird Unternehmertum nur neidisch beobachtet und bewertet. Leider ist es so, das in Deutschland eine Versorgungsmentalität einen höheren Stellenwert hat, als selbst etwas zu unternehmen, selbst Risiko einzugehen. Vielen Neidern kann man nur sagen: Du kannst doch selbst Unternehmer werden, wenn das in Deinen Augen so super ist.

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