Leben Biertrinken für Feinschmecker

Steffen Broy arbeitet im Vertrieb bei der Brauerei Riegele und verkauft die neuen Brauspezialitäten

Steffen Broy arbeitet im Vertrieb bei der Brauerei Riegele und verkauft die neuen Brauspezialitäten© J. Wehmeier

Das Bier kann noch so gut sein. Wenn man es falsch trinkt, fehlt das Aroma, sagt Steffen Broy, der bei der Brauerei Riegele für Spezialitätenbiere zuständig ist. Worauf Sie achten sollten, damit der Geschmack stimmt.

„Es gibt kein schlechtes Bier“, sagt Steffen Broy gleich zu Beginn. Jedes Bier habe seine Berechtigung. „Ein Bier wie Kölsch erfüllt einen ganz anderen Zweck als Bierspezialitäten“, sagt er. Wer „Bierbotschafter“ auf der Visitenkarte stehen hat, der muss das wohl auch sagen. Broy arbeitet für die Familienbrauerei Riegele in Augsburg und vermarktet die neuen Biere der Brauerei, die unter der Dachmarke Biermanufaktur hergestellt werden. Dafür reist er durch ganz Deutschland, zuletzt zu den Craft Beer Days nach Hamburg.

Craft Beer ist ein Trend, der sich besonders in den Szenevierteln deutscher Großstädte immer weiter durchsetzt. Die handwerklich gebrauten Biere stammen meist von kleinen Brauereien, haben ein besonderes Aroma und werden in Flaschen verkauft, die Sekt- oder Weinflaschen ähneln. Trotzdem werden sie nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt. Der besondere Geschmack entsteht meist durch die Kombination von speziellen Hopfen- und Malzsorten. Eine einzige Flasche der Biersorten mit Lakritz- oder Kaffeearoma kostet dabei häufig so viel wie eine ganze Kiste von industriell gebrautem Bier. „Wir behandeln Bier wie Wein“, sagt Broy. Und das rät er auch anderen Biertrinkern.

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Seine Tipps für besondere Bieraromen:

Temperatur
Damit dich das Aroma der handwerklich gebrauten Biere richtig entfalten kann, sollten sie nicht zu kalt getrunken werden – auf keinen Fall direkt aus dem Kühlschrank. „Die Brauer geben sich sehr viel Mühe, ein gutes Aroma zu kreieren, aber wenn das Bier direkt kalt aus dem Kühlschrank getrunken wird, dann schmeckt man davon nichts“, sagt Broy. Zimmertemperatur sei optimal. „Wenn es doch beim Einschenken noch zu kalt sein sollte, dann kann man die Hände ums Glas legen und so die Körpertemperatur zum Anwärmen nutzen“.

Gläser
Den klassischen Biergläsern kann der Experte nicht viel abgewinnen, er rät zu kleinen Weingläsern. „Die richtigen Gläser für gutes Bier sollten bauchig und schwer sein“, sagt er. Denn das Bier sollte darin atmen können, um alle Aromen richtig entfalten zu können.

Eingießen
Die Flasche möglichst schräg halten, um zu viel Schaum zu vermeiden – das galt bislang als richtiges Eingießen. Auch davon rät Broy ab. „Gutes Bier sollte man auf jeden Fall von oben eingießen, mit viel Abstand zum Glas“, sagt er. Nur so könne sich ausreichend Sauerstoff mit dem Bier verbinden und die Aromen zur Geltung kommen lassen.

Abwarten
Gut Ding will Weile haben, das gelte auch beim Bier. „Bier muss atmen. Deshalb sollte man die Flasche mindestens eine halbe Stunde vor dem Trinken öffnen“, sagt er. Bei kräftigen Bieren rät er sogar zu einer Stunde Wartezeit vor dem Trinken.

Trinken
„Gutes Bier erkenne ich am feinporigen Schaum. Es muss eine schöne und große Krone geben“, sagt Broy. Auch Geruch und Farbe seien wichtig. Um das Aroma besonders gut herauszuschmecken, sollte man das Bier sechs bis sieben Mal im Mund spülen, sagt er.

 

Wir raten natürlich zu maßvollem Alkoholkonsum, egal ob Bier oder Wein.

1 Kommentar
  • Michael 29. September 2014 13:09

    Mal abgesehen von den Gäsern kann ich keinem dieser „Tips“ etwas abgewinnen.

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