Leben Das ist der neue EZB-Turm

Der neue EZB-Tower in Frankfurt. Kostenpunkt: 1,3 Milliarden Euro.

Der neue EZB-Tower in Frankfurt. Kostenpunkt: 1,3 Milliarden Euro.© ezb2014 /flickr / Lizenz: CC BY 2.0

Eigentlich - so möchte man meinen - kennen sich die Frankfurter in Geldangelegenheiten aus. Das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank wurde trotzdem um über 500 Millionen Euro teurer als kalkuliert. In dem Hochhaus arbeiten fast 3000 Menschen.

Das neue, spektakuläre Gebäudeensemble der Europäischen Zentralbank am Frankfurter Mainufer besteht aus drei Elementen. Ein stählerner Querriegel durchbohrt die restaurierte, 250 Meter lange ehemaligen Großmarkthalle wie ein Pfeil und dient zugleich als Eingangsbau. Ein geschwungener Glasgang verbindet die Großmarkthalle mit dem gläsernen Doppel-Büroturm. 165 und 185 Meter sind die Zwillingstürme hoch, die von jeder Seite anders aussehen. Die beiden Hochhäuser sind mit Stahlstreben und Plattformen verbunden und wirken von außen wie ein Gebäude.

„Eine dreidimensionale Ikone für die EU“, nennt Wolf Prix vom Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au sein Gebäude. Eine Gedenkstätte gehört auch zum Ensemble. Sie soll daran erinnern, dass die Nazis mehr als 10.000 Frankfurter Juden aus der Großmarkthalle mit Zügen in die Vernichtungslager abtransportierten – während im Stockwerk darüber der Marktbetrieb weiter lief. Das „Ensemble verschiedener authentischer Orte“ soll, anders als das übrige EZB-Gelände, in Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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Der neue EZB-Hauptsitz verfügt über bis zu 2900 Arbeitsplätze. Der ursprünglich auf 850 Millionen Euro veranschlagte Kostenrahmen (zu Preisen von 2005) wurde auf 1,3 Milliarden Euro erweitert. Allein der Preisanstieg von Baumaterialien und -leistungen schlug dabei mit rund 220 Millionen Euro zu Buche. Die Integration der denkmalgeschützten Großmarkthalle war zudem schwieriger und teurer als veranschlagt.
Zudem mussten 600 Arbeitsplätze mehr als geplant untergebracht werden.

1 Kommentar
  • NameMartin S. 18. März 2015 15:39

    Irgendwas stimmt hier nicht…
    in unserem Wirtschaftssystem. Die Schere zwischen den Gewinnern und Verlierern öffnet sich von Jahr zu Jahr weiter. In Deutschland schaffen wir es derzeit noch den sozialen Frieden weitgehend zu erhalten und wenn denn mal demonstriert wird von Systemkritikern, so steht soviel Polizei bereit dieses System zu schützen, das nichts ausgerichtet werden kann. Leider hört man von Demonstrationen in den Medien nur dann, wenn es wieder richtig gekracht hat, möglichst mit Verletzten. Das alles ist natürlich bedauerlich und manchmal tragisch. –
    Wirklich tragisch ist jedoch das inzwischen die Politik von den Geld und Bankeneliten vor sich her getrieben wird. Anstatt aus vergangenen Krisen zu lernen wird man auch demnächst wieder real erwirtschaftetes Geld von fleißigen kleinen und größeren Steuerzahlern in die bodenlosen Fässer spekulierender Banken und Institutionen werfen. Für Autobahnbrücken, Kinderkrippen, Renten, Gesundheitswesen, echte Entwicklungshilfe und echte Griechenlandhilfe reicht es dann nicht mehr. Die Systemrelevanten Institute müssen zähneknirschend erhalten werden, bis zum nächsten Crasch. Die Demonstrationen halte ich für berechtigt, den Veränderung ist nötig, die Gewalt selbstverständlich nicht. Sie schadet der Sache mehr als sie nützt, gefährdet sie sogar.

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