Leben Den Unternehmer im Kind fördern – und umgekehrt

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Die meisten Kinder tragen bereits die wichtigsten unternehmerischen Fähigkeiten in sich. Doch unser Bildungssystem ist nicht darauf ausgerichtet, diese zu entfalten. Im Gegenteil: Viele Schulen zerstören sie. Was können wir alle tun, um dieses geniale Potential für unsere Zukunft nicht zu verlieren?

Keine Sorge, jetzt kommt nicht schon wieder ein neues Plädoyer für mehr Wirtschaft in der Schule. Das brauchen wir zwar auch, aber davor brauchen wir noch etwas Wichtigeres: Eine bessere Haltung zu den wunderbarsten Fähigkeiten, die Kinder und erfolgreiche Unternehmer gemeinsam haben. Wir brauchen Lehrer und Lehrmethoden, die diese erhalten und entfalten. Und so lange wir sie nicht flächendeckend haben, können wir Eltern folgendes im Blick behalten und uns danach verhalten:

1. Kinder und Unternehmer sind optimistisch und trauen sich alles zu

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Kinder glauben, dass ihnen alles gelingen wird und dass sie die Welt aus den Angeln heben können. Naives Selbstvertrauen? Ja, hurra! Wie viele Innovation und große Dinge verdankt die Welt den Erfindergeistern, die sich nach dem Motto verhalten haben: „Alle sagten, es geht nicht und dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht“? Solange keine Gefahr für Leib und Seele droht, tun wir gut daran, unseren Kindern Dinge zu erlauben, die sie noch nicht können – ob Gemüseschnippeln mit dem Messer oder das große Klettergerüst!

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2. Kinder und Unternehmer sind neugierig und stellen Fragen

Kinder sind unglaublich lerndurstig und natürlich neugierig. Und das sind sie, so lange sich nicht bei ihnen das Gefühl einschleicht, dass ihre Fragen falsch an der Stelle sind, weil sie das längst hätten gelernt haben müssen… Auch wenn wir innerlich mit den Augen rollen: Jede Frage sollte willkommen sein! Und wenn wir die Antwort nicht kennen, dann ist eine gemeinsame Suche sogar noch pädagogisch wertvoller als Sofortwissen.

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3. Kinder und Unternehmer machen Fehler und lernen daraus

Das Laufenlernen ist das beste Beispiel: Tausend Mal auf den dicken Windelpopo gefallen, aber nie aufgegeben. Wir brauchen eine bessere Kultur im Umgang mit Fehlern für Groß und Klein. Zelebrieren wir doch Fehler und lernen daraus! Als meine Tochter in der 7. Klasse war – eine ganz passable Schülerin – schrieb sie immer schlechtere Noten in Geschichte und hasste den Lehrer. Als sie eine fette 5 nach Hause schleppte, fing ich an, mir Sorgen zu machen.

Ich habe sie trotzdem in ihr Lieblingsrestaurant eingeladen und wir haben den ganzen Abend über ihre Fehler und die Anmerkungen des Lehrers dazu gelacht. Als wir das Lokal verließen, verkündete sie: „In der nächsten Arbeit hole ich eine 2.“ Sie hat es hinbekommen, aus eigenen Stücken, weil sie es sich selbst beweisen musste. Und weil ich ihr nicht den Selbstrespekt geraubt habe, sondern im Gegenteil.

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4. Kinder und Unternehmer haben Phantasie und spielerische Ideen

Auf tausend Fragen gibt es hunderttausend Antworten. Lösungswege sind am besten, wenn sie selbst erschlossen werden! Kinder lieben es, sich die Welt mit Phantasie und Kreativität zu erobern, zu forschen und auszuprobieren. Wir brauchen alle zusammen mehr Gelegenheiten, bei denen wir forschen und experimentieren. Und nein, wir brauchen nicht mehr Schulwissen im Kindergarten! Wir brauchen alle mehr Kindergarten im Leben!

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5. Es macht Kinden und Unternehmern nichts aus, dreckig zu werden

Der Forscher- und Spieldrang geht mit Kindern immer durch, und Dreck und Matsch ist eher ein Ansporn als eine Bremse. Im übertragenen Sinne gilt das auch für Unternehmer: Sie sind sich für nichts zu schade und machen sich auch mal die Hände schmutzig! Sie schärfen damit ihre Sinnesaufmerksamkeit, verstehen Kunden und Prozesse. Sie bleiben nicht vorsichtig sauber im Elfenbeinturm, sondern haben Kontakt mit der Basis. Für wann haben Sie mal einen Besuch mit den Kindern in einer Gegend ihrer Stadt geplant, die Ihnen selbst völlig unbekannt ist? Wann waren Sie mal richtig dreckig? Na bitte…

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Fünf Punkte, fünf Finger, lasst uns ein „Give-Me-Five“ auf Unternehmertum mit unseren Kindern einschlagen. Und noch viel mehr können wir als Eltern oder als Unternehmer: Wir können uns insgesamt von diesen Fähigkeiten eine Scheibe abschneiden. Für die Menschen, die wir täglich zu führen haben!

Können wir selbst mehr wie Kinder sein?

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