Leben Diese Filme starten nächste Woche

Von einer seichten Komödie mit Hugh Grant und Marisa Tomei, über einen Psycho-Thriller mit Nicole Kidman bis hin zur Naturdokumentation: impulse.de zeigt die Kinostarts der kommenden Woche.

„Mommy“: Xavier Dolans kraftvolles Mutter-Sohn-Drama

Mit „Mommy“ legt der junge Kanadier Xavier Dolan (25) erneut ein Mutter-Sohn-Drama vor: Die alleinerziehende Diane und der verhaltensauffällige Teenager Steve trotzen den gesellschaftlichen Widerständen. Wer bei dieser Konstellation nun jedoch ein düsteres Drama vermutet, liegt falsch. Denn der als „Wunderkind“ gefeierte Regisseur zeigt seine beiden Hauptfiguren als lebensbejahende Kämpfer, die sich bedingungslos lieben und durch nichts unterkriegen lassen. „Mommy“ ist sicher einer der verspieltesten und kraftvollsten Filme des Jahres – und ein Plädoyer für Individualität und Toleranz.

  • Mommy, Kanada, Frankreich 2014, 139 Min.
  • FSK ab 12
  • Regisseur: Xavier Dolan
  • Schauspieler: Anne Dorval, Antoine Olivier Pilon, Suzanne Clément, u.a.

 


 

Liebesdrama fern von Kitsch: „Bevor der Winter kommt“

Wie schon 2008 bei seinem Kino-Debüt „So viele Jahre liebe ich Dich“ setzt der französische Schriftsteller Philippe Claudel („Die grauen Seelen“) auch im dritten von ihm inszenierten Spielfilm „Bevor der Winter kommt“ auf eine tiefgründige Auseinandersetzung mit Grundsatzfragen des Lebens und auf exzellente Schauspielkunst. Das macht die Geschichte einer in die Jahre gekommenen Ehe zum Ereignis. Daniel Auteuil und Kristin Scott Thomas brillieren als wohlsituiertes Paar, dessen Gemeinsamkeit mit dem Auftauchen einer geheimnisvollen Fremden (Leïla Bekhti) gefährdet wird. Vor allem dank der intensiven Akteure spiegelt die angenehm unaufgeregte Erzählung mit enormer Spannung die Schwierigkeit, ein einmal gefundenes Glück auf Dauer zu halten.

  • Bevor der Winter kommt, Frankreich, Luxemburg 2013, 102 Min.
  • FSK ab 12
  • Regisseur: Philippe Claudel
  • Schauspieler: Kristin Scott Thomas, Daniel Auteuil, Leïla Bekhti, u.a.

 


 

„Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss“: Deutsche Agentenfarce

Die Einsamkeit des Killers vor der dem Schuss TRAILER deutsch HD from Camino Filmverleih on Vimeo.

 

Koralnik ist ein Profikiller im Wartestand. Seit acht Jahren hofft der Vorzeige-Geheimagent (Benno Fürmann) auf seinen ersten Auftrag. Abgenabelt von der Gesellschaft lebt er ein einsames Leben nur für diesen Job. Dann bringt die liebenswerte, aber auch mysteriöse Rosa (Mavie Hörbiger) dieses geordnete Leben just in dem Moment durcheinander, in dem der erhoffte Auftrag eintrifft. Beide stolpern von einer skurrilen Situation in die nächste. Eine amüsante Agentenfarce entspinnt sich – teils absurd, teils tragikomisch, mit einem Quäntchen Gesellschaftskritik garniert.

  • Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss, Deutschland 2014, 80 Min.
  • FSK ab 12
  • Regisseur: Florian Mischa Böder
  • Schauspieler: Benno Fürmann, MavieHörbiger, Wolf Roth, u.a.

 


 

Skrupellos und aalglatt: Jake Gyllenhaal in „Nightcrawler“

 

 

Lou Bloom kennt keine ethischen Grundsätze, Mitgefühl ist ihm fremd. Ihn treibt das Streben nach Geld, Macht und Ansehen. Nachts filmte er Tatorte in Los Angeles, immer auf der Suche nach den blutigsten, spektakulärsten Bildern. Dafür geht er über Leichen. Völlig abgemagert aus riesigen, dunkel umrandeten Augen blickend mimt Jake Gyllenhaal diesen unsympathischen Soziopathen. Aalglatt ist dieser Emporkömmling. Lou behält die vermeintlich objektive Distanz eines Videoreporters. Manchmal ein wenig zu sehr an der Oberfläche ist „Nightcrawler“ allein wegen seines großartigen Hauptdarstellers unbedingt sehenswert.

  • Nightcrawler, USA 2014, 117 Min.
  • FSK ab 16
  • Regisseur: Dan Gilroy
  • Schauspieler: Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Bill Paxton, Riz Ahmed, u.a.

 


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Seichte Komödie mit ewigem Frauenschwarm: „Wie schreibt man Liebe?“

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Einst war Drehbuchautor Keith Michaels (Hugh Grant) ein gefeierter Oscar-Gewinner. Viele Jahre später treibt ihn die chronische Erfolglosigkeit dazu, einen Job als Dozent an einer Provinz-Universität anzunehmen. In dem verregneten Kaff läuft es zunächst nicht wirklich gut für den abgehalfterten Hollywood-Star – bis ihm die alleinerziehende Mutter Holly (Marisa Tomei) zeigt, wie man Liebe schreibt. Die neueste Romantikkomödie mit Großbritanniens alterndem Mister Charming Hugh Grant glänzt durch witzige Momente und treffend besetzte Nebendarsteller, leidet aber am wenig oscarreifen Plot.

  • Wie schreibt man Liebe?, USA 2014, 106 Min.
  • FSK ohne Altersbeschränkung
  • Regisseur: Marc Lawrence
  • Schauspieler: Hugh Grant, Marisa Tomei, Bella Heathcote, J.K. Simmons, u.a.

 


 

„Ich darf nicht schlafen“: Psycho-Thriller mit Kidman und Firth

Immer wenn Christine aus dem Schlaf erwacht, hat sie vergessen, wer sie ist, was sie macht und auch, wie alt sie ist. Selbst an ihren Ehemann kann sich die Schriftstellerin nicht erinnern. Die 40-Jährige leidet an psychogener Amnesie, ausgelöst von einem Unfall vor zehn Jahren, bei dem sie von einem Unbekannten verprügelt wurde. Mit einem Videotagebuch versucht Christine ihrem löchrigen Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Bald muss die verzweifelte, von Nicole Kidman („The Others“) verkörperte Frau erfahren, dass die Dinge noch viel komplizierter sind. Für „Before I Go to Sleep“ hat Regisseur Rowan Joffe („Brighton Rock“) den gleichnamigen Roman von S.J. Watson fürs Kino adaptiert.

  • Ich darf nicht schlafen, Großbritannien/Frankreich/Schweden 2014, 92 Min.
  • FSK ab 12
  • Regisseur: Rowan Joffe
  • Schauspieler: Nicole Kidman, Colin Firth, Mark Strong, u.a.

 


 

„Dumm und Dümmehr“: Jim Carrey und Jeff Daniels blödeln wieder

Das Klamauk-Original „Dumm und Dümmer“ machte Jim Carrey in den 90er Jahren zum Superstar. 20 Jahre danach treten Carrey und Jeff Daniels in „Dumm und Dümmehr“ als trottelige Blödmänner erneut vor die Kamera. Harry (Daniels) holt seinen alten Buddy Lloyd (Carrey) aus einer Nervenheilanstalt heraus. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach einer unbekannten Tochter, die von Harrys Ex-Freundin (Kathleen Turner) vor Jahrzehnten zur Adoption abgegeben wurde. Die Regie-Brüder Bobby und Peter Farrelly („Dumm und Dümmer“, „Verrückt nach Mary“, „Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln“) liefern nach bewährtem Rezept schrägen Klamauk, der gelegentlich
unter die Gürtellinie geht.

  • Dumm und Dümmehr, USA 2014, 110 Min.
  • FSK keine Angabe
  • Regisseur: Bobby und Peter Farrelly
  • Schauspieler: Jim Carrey, Jeff Daniels, Kathleen Turner, u.a.

 


 

Neeson wieder als Actionheld: „Ruhet in Frieden“

Liam Neeson taugt auch mit 62 noch zum Actionstar, eine Garantie für einen Kassenknüller ist er aber anscheinend nicht. In seinem neuen Film „Ruhet in Frieden – A Walk Among the Tombstones“ folgt er der Klischeerolle des Polizisten Matthew Scudder, der nach der versehentlichen Tötung eines Kindes zum Alkoholiker und Privatermittler wird. Ein Drogenhändler (Dan Stevens – „Downton Abbey“) bittet ihn, die Entführer und Mörder seiner Frau zu finden – und der erst zögerliche Zyniker stößt auf eine Bande, deren Brutalität kaum zu
überbieten ist. Doch obwohl Kritiker den Film loben und gerade Neeson Anerkennung bekam – an den Kinokassen in den USA war der auf den Erfolgsromanen von Lawrence Block basierende Film kein Renner.

  • Ruhet in Frieden, 115 Min.
  • FSK ab 16
  • Regisseur: Scott Frank
  • Schauspieler: Liam Neeson, Maurice Compte, Laura Birn, David Harbour, u.a.

 


 

„Bären“: Tier-Dokumentation aus dem Hause Disneynature
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In dieser Natur-Doku geht es um Sky und ihre Kinder. Sky ist eine große braune Bärin, die ihre Kleinen, Amber und Scout, in den so beeindruckenden wie bedrohlichen Weiten Alaskas durchbringen muss. Es gilt, sich gegen feindliche Wölfe zu wehren, sich gegen die unerbittliche Kälte Alaskas zu wappnen, den Jungen das Überleben in der Wildnis beizubringen. Keine leichte Aufgabe für Mutter Bär. Die Filmemacher Alastair Fothergill („Schimpansen“) und Keith Scholey zeigten uns zuvor bereits die Doku „Im Reich der Raubkatzen“. Diesmal haben sie ein Jahr lang eine Bärenfamilie begleitet. In der US-Originalversion („Bears“) erzählt Schauspieler John C. Reilly die Geschichte.

  • Bären, USA 2014, 78 Min.
  • FSK ohne Altersbeschränkung
  • von: Alastair Fothergill und Keith Scholey
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