Leben Top 10 der Kavaliersdelikte: Jeder Dritte findet Schwarzarbeit verzeihlich

Maler bei der Arbeit: Fast jeder dritte Deutsche findet Schwarzarbeit verzeihlich.

Maler bei der Arbeit: Fast jeder dritte Deutsche findet Schwarzarbeit verzeihlich.© dpa

Kleine Betrügereien sind in Ordnung – das finden laut einer Umfrage zumindest zwei Drittel der Deutschen. Diese zehn Kavaliersdelikte würden Deutsche am ehesten verzeihen.

Was ist schlimmer: bei der Arbeit blau machen oder schwarz arbeiten? Laut einer aktuellen repräsentativen Studie des Markt- und Sozialforschungsinstituts TNS-Emnid finden es 19 Prozent der Deutschen nicht so schlimm, wenn jemand schwarz arbeitet. Sich vor der Arbeit zu drücken, ist nur für halb so viele Befragte in Ordnung.

Schwarzarbeit verzeihen Deutsche am ehesten

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Generell seien kleine Betrügereien okay, sagen 62 Prozent der Befragten. Aber einige finden die Deutschen eher verzeihlich als andere. Auf Platz 1 der verzeihlichen Kavaliersdelikte: einen Dienstleister schwarz beschäftigen. Handwerker, Haushaltshilfen und Babysitter könne man ruhig einmal schwarz arbeiten lassen, sagt jeder dritte Bundesbürger. Das sehen besonders Frauen so: Mit 32 Prozent finden sie Schwarzarbeit eher entschuldbar als die befragten Männer (26 Prozent).

Diese zehn Verhaltensweisen finden die Deutschen verzeihlich:

Platz 1: Einen Dienstleister schwarz beschäftigen (29%)
Platz 2: Einkäufe aus dem Ausland nicht verzollen (26%)
Platz 3: Raubkopien aus dem Internet herunterladen (25%)
Platz 4: Schwarzfahren (19%)
Platz 5: Selber schwarz arbeiten (18%)
Platz 6: Büromaterial bei der Arbeit entwenden (17%)
Platz 7: Fundsachen behalten anstatt sie abzugeben (13%)
Platz 8: Steuererklärung wissentlich falsch ausfüllen (10%)
Platz 9: Bei der Versicherung Falschangaben machen (9,3%)
Platz 10: Bei der Arbeit blau machen (9,1%)

Besserverdiener sehen Betrügereien gelassener

Insgesamt drücken Besserverdiener laut Studie eher mal ein Auge zu. Besonders bei der Schwarzarbeit: Mehr als jeder dritte Befragte mit einem Einkommen zwischen 2500 und 3000 Euro netto im Monat findet es okay, einen Angestellten zu beschäftigen, der seinen Lohn nicht versteuert.

Mit dem Alter nimmt die Toleranz ab: Je jünger die Befragten waren, desto eher waren sie bereit, Kavaliersdelikte zu verzeihen. Ein Viertel der Teilnehmer unter 30 konnte sich mindestens mit einer der Betrügereien arrangieren.

Die Berliner finden Schwarzfahren übrigens am wenigsten schlimm – während Menschen in Nordrhein-Westfalen eher illegale Downloads aus dem Netz tolerieren.

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