Leben Diese Filme sind neu in den Kinos

In "Die Lügen der Sieger"  werden zwei Journalisten, gespielt von Lilith Stangenberg (links) und Florian David Fitz (rechts), zum Spielball von Lobbyisten, Politikern und Unternehmern.

In "Die Lügen der Sieger" werden zwei Journalisten, gespielt von Lilith Stangenberg (links) und Florian David Fitz (rechts), zum Spielball von Lobbyisten, Politikern und Unternehmern. © FilmPressKit

Florian David Fitz mal ganz ernst im subtilen Politthriller "Die Lügen der Sieger" oder Kevin Costner erwartbar als Trainer und Vaterfigur einer Sportmannschaft in "City of McFarland"? Was lockt Sie eher ins Kino? Die Filmstarts im Überblick.

„Die Lügen der Sieger“: Subtiler Politthriller um manipulierte Macht

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Der investigative Journalist Fabian Groys (Florian David Fitz) recherchiert an einer heißen Geschichte über die Invalidenpolitik der Bundeswehr. Die junge Volontärin Nadja (Lilith Stangenberg) setzt er derweil auf eine scheinbar unbedeutende Boulevard-Geschichte an. Doch plötzlich gibt es da Verbindungen. Vor allem aber wissen die beiden dann nicht mehr, wer eigentlich wen beobachtet, woher die Informationen stammen und ob sie nicht gerade selbst zum Spielball von Lobbyisten, Politikern und Unternehmern werden. Christoph Hochhäusler („Unter dir die Stadt“, 2010) inszeniert mit „Die Lügen der Sieger“ einen Politthriller über die Macht und Manipulation der Medien.

Hochhäusler beherrscht dabei die subtile Spannung, oder vielmehr latente Beklommenheit, die er in stilvollen Bildern inszeniert. Wie in Watte gehüllt, von der Masse unberührt, scheinen die Protagonisten in einer Welt zu wandeln, von der jeder weiß, aber die nur die wenigsten kennen. So war es in „Falscher Bekenner“ (2005), in dem ein Jugendlicher sich völlig aus der Realität entfremdet. So war es in „Unter dir die Stadt“ (2010), in dem es um die Machenschaften der Investmentbanker geht, die in einer Parallelwelt zu agieren scheinen und doch auf die komplette Gesellschaft ausstrahlen.

Zusammen mit seinem Co-Autor Ulrich Peltzer schafft Hochhäusler einen etwas aus dem Mode gekommenen Politthriller, der seine Spannung aus ästhetischen Bildern, geschickten Kameraeinstellungen (Reinhold Vorschneider) und ebensolchen Schnitten (Stefan Stabenow) schöpft. Es ist kein Film eines paranoiden Verschwörungstheoretikers, eine Abrechnung mit Politik oder den vermeintlich neutralen Medien, sondern eine subjektive Bestandsaufnahme einer Gesellschaft, die von einem undurchschaubaren Geflecht regiert wird. Da ist Klischee vielleicht mehr Realität, als man glauben will.

  • Die Lügen der Sieger, Deutschland, Frankreich 2014, 112 Minuten
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Regie: Christoph Hochhäusler
  • Darsteller: Florian David Fitz, Lilith Stangenberg, Horst Kotterba, Ursina Lardi u.a.

 


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