Leben Epenwöhrden: 5 Tipps für einen Urlaub an der Nordsee

Wattwanderungen sind bei den Touristen an der Nordsee sehr beliebt.

Wattwanderungen sind bei den Touristen an der Nordsee sehr beliebt.© Flickr.com/ Nico Schober/ Lizenz: CC BY 2.0

Als Chef von Viva con Agua hat Benjamin Adrion viel zu tun. Der Hamburger suchte nach einem Rückzugsort in Nähe der Großstadt und wurde in Epenwöhrden an der Nordsee fündig.

Als Profifußballer reiste Benjamin Adrion früher vor allem, um zu arbeiten und mit dem FC St. Pauli gegen andere Clubs zu spielen. Auch heute ist seine Freizeit knapp, der 33-Jährige hat neue Ziele: Adrion ist einer von zwei Geschäftsführern von Viva con Agua und will Menschen überall auf der Welt Zugang zu Trinkwasser und sanitärer Versorgung ermöglichen. Das Hamburger Social Business wächst seit seiner Gründung vor acht Jahren stetig und beschäftigt inzwischen 22 Mitarbeiter.

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Herr Adrion, Ihr liebster Urlaubsort ist eine alte Mühle in der Nähe von Epenwöhrden, wo die Elbe in die Nordsee mündet. Wie sind Sie auf diesen Ort gekommen?

Ich habe etwas gesucht, das außerhalb der Stadt, aber möglichst nah an Hamburg liegt. Das war gar nicht so einfach. Im September fand ich dann über das Internet eine alte Windmühle. Hier gibt es vier Wohneinheiten, wir haben eine davon auf Dauer gemietet. Wohnraum auf dem Land ist im Vergleich zur Stadt glücklicherweise sehr erschwinglich. Früher war in der Mühle ein buddhistisches Retreat-Zentrum untergebracht. Sicher, weil es hier so schön ruhig ist – die Mühle ist das letzte Haus in der Zivilisation.

Das klingt ziemlich einsam.

Aus dem Fenster sehe ich ein paar Felder, dahinter kommt der erste Deich, der zweite Deich, dann das Meer – manchmal mit und manchmal ohne Wasser. Je nachdem, was die Tide sagt, kann man in der Gegend wundervoll wattwandern. Ansonsten gibt es viele Kühe und mehr Schafe als Menschen. Die Mühle gibt mir unglaublich viel, sie wirkt inspirierend. Ich kann mich vom Alltag zurückziehen und fallen lassen. Ich fühle mich hier sehr wohl und finde den nötigen Ausgleich zu all den Projekten, die ich mit Viva con Agua lanciere.

Wie oft sind Sie dort?

Wenn ich nicht im Büro sein muss, versuche ich, auf der Mühle zu sein. Einige Termine verlege ich auch dorthin, zum Beispiel Organisationszielgespräche mit unseren Bereichsleitern. Auf der einen Seite ist man auf die Themen konzentriert und kann sie ohne Ablenkung besprechen, auf der anderen Seite haben wir ein bisschen Zeit, die menschliche Verbindung und die Freundschaft zu pflegen. Das ist eine schöne Kombination. Natürlich ist die Mühle auch ein Platz für meine Familie und Freunde. Ich bin da relativ häufig mit meinem Sohn, der es auch sehr liebt, mal raus aus der Stadt zu kommen.

Der Hafen von Büsum: Von dort aus können die Touristen auch mit dem Schiff nach Helgoland fahren.

Der Hafen von Büsum eignet sich als Ausflugsziel an der Nordsee. Von dort aus können die Touristen auch mit dem Schiff nach Helgoland fahren.© Flickr.com/ Dirk Ingo Franke/ Lizenz: CC BY-SA 2.0

Fahren Sie auch mal in die Orte in der Nähe?

Büsum und Heide liegen in der Nähe. Aber der Reiz liegt eigentlich darin, das Stadtleben hinter sich zu lassen. Büsum ist am schönsten, wenn das Wasser zurückweicht. Die Menschen fühlen sich wie magisch angezogen von der Wasserkante und folgen ihr. So sieht man, wie schnell das Meer zurückgeht. Von Büsum aus kann man auch mit dem Schiff nach Helgoland fahren. Andere Leute in netter Atmosphäre trifft man am ehesten am Speicherkoog in Meldorf. Da treffen sich die Windsurfer.

Wie spannen Sie an der Nordsee aus?

Ich liebe es, zu Fuß eine Runde über die Felder zu drehen. Oder ich fahre mit dem Fahrrad zum Deich ans Meer. Da ist kilometerweit kein Mensch zu sehen. Diese Leere, diesen Raum, den empfinde ich als sehr wohltuend. Ganz allein den Sonnenuntergang am Deich zu genießen, wenn sie hinter dem Wattenmeer untergeht, das ist ein schöner Moment der Ruhe.

 Benjamin-Adrion-Shirt Benjamin Adrion kam auf Kuba auf die Idee für sein Social Business Viva con  Agua. Das Geld für Projekte in Entwicklungsländern wird unter anderem durch  den Verkauf von Mineralwasser oder durchs Sammeln von Pfandbechern bei  Fußballspielen und Festivals verdient. 2009 wurde Adrion mit dem  Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

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