Föhr Wattwandern und Tee trinken – so schön ist Föhr im Winter

Im Winter nach Norddeutschland? Aber klar doch! Die Strände auf Föhr sind auch zur kalten Jahreszeit wunderschön - und für Urlauber gibt es beim Wattwandern viel zu entdecken.

Ganz vorsichtig nimmt Walter Stubenrauch den orangefarbenen Seestern aus dem großen Aquarium. Am Boden des Beckens hat sich eine Seezunge im Sand vergraben. Krebse, Muscheln und allerlei anderes Getier sind hinter der Glaswand zu sehen. Lauter Meeresbewohner, die auch draußen im Wattenmeer vor der Insel Föhr vorkommen. Der Seestern hat Hunger. Es ist elf Uhr vormittags, Zeit für einen Snack. Und den hat Stubenrauch, Leiter des Nationalparkhauses in der Inselhauptstadt Wyk, schon hergerichtet.

Einen Seestern in freier Natur zu sehen, ist unwahrscheinlich – zumal beim Fressen. Es ist Winter auf Föhr. Da kann man zwar ins Watt gehen, aber das Leben in Sand und Schlick ist deutlich langsamer als bei warmen Temperaturen. Bei Nieblum im Süden der Insel etwa ist der Strand leer. Ab und zu fliegen ein paar Austernfischer vorbei und picken im Meeresboden. Das eine oder andere Wattwurm-Häufchen ist auch zu sehen. Aber sonst ist Ruhe im Watt.

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Dick eingepackt durchs Watt

Obwohl die Wintersonne scheint, braucht man am Strand dicke Kleidung. Doch nicht nur den großen und kleinen Menschen am Strand ist kalt, auch für das viele Leben im Unesco-Weltnaturerbe ist es nicht die beste Jahreszeit. „Die wechselwarmen Lebewesen haben mit der Kälte zu kämpfen“, erklärt Stubenrauch.

Dennoch steht er nun mit Forke und Gummistiefeln im Watt. Aber er buddelt nicht so viel wie bei einer Wattwanderung im Sommer. „Wenn wir im Sommer eine Muschel zeigen und sie wieder zurück auf den Sand legen, gräbt sie sich sofort wieder ein.“ Im Winter ist das Wasser kalt, der Untergrund kann sogar angefroren sein: „Da kann es stundenlang dauern, bis sie wieder in einer komfortablen Situation angekommen ist“, sagt der Biologe.

Dennoch geht er auch im Winter raus, am liebsten in Nieblum. „Das ist das schönste Stück Watt, das wir haben“, sagt er. Auch das Dorf lässt sich sehen: wegen der vielen Reetdächer und der schmucken Häuser.

Ins Friesenmuseum – oder auf den Friedhof

Die Insel lässt sich auch im Winter gut erkunden. Da wären etwa die alten Kirchen mit ihren Friedhöfen, die von der langen Geschichte der Walfänger und Kapitäne auf der Insel erzählen, oder das Friesenmuseum in Wyk. Apropos Wyk: Wem beim Spaziergang durch das Seebad immer wieder ein Klappern im Ohr klingt, ist in der Nähe der Villa Friede unterwegs.

Das Jugendstilhaus war einst ein Mädchenpensionat, nun ist es eine Pension mit besonderem Ausblick: Zahlreiche Störche haben sich in unmittelbarer Nähe angesiedelt. Dort klappern sie mit den Schnäbeln und fliegen in regelmäßigen Abständen Richtung Nordsee, um sich einen Happen Essen zu fangen. Ob die Wattwürmer tief genug im Schlick sitzen?

Das winterliche Föhr in Bildern – klicken Sie sich oben durch unsere Fotogalerie!

 

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2 Kommentare
  • Dr. Maren Naumann-Etienne 14. Februar 2016 18:38

    Liebes Redaktions-Team,

    vielen Dank für den Textbeitrag „Föhr im Winter“.
    Ich kann Ihren Einschätzungen nur zustimmen und bitte Sie, den
    Artikel auch meiner Freundin zukommen zulassen, die einen „Nordseemuffel“ zum Mann hat und so vielleicht Unterstützung findet:

    Frau Dr. Elisabeth Schneider – Boeklen
    E-Mail Adresse:
    schneider-boeklen@t-online.de Vielen Dank! M. Naumann-Etienne

    • Angelika Unger 15. Februar 2016 09:11

      Liebe Frau Dr. Naumann-Etienne,

      schicken Sie Ihrer Freundin doch einfach selbst den Link zu diesem Artikel (http://www.impulse.de/leben/foehr-winter/2196853.html), verbunden mit einigen netten Worten. Über eine Nachricht von Ihnen freut sie sich sicher noch mehr als über eine von uns.

      Herzliche Grüße und einen guten Start in die Woche wünscht Ihnen Ihr impulse-Team

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