Gold-Uhren Mit diesen Uhren erleben Sie goldene Zeiten

Goldene Uhren liegen wieder voll im Trend. Wie Sie das Edelmetall am besten tragen - und worauf Sie beim Kauf einer Uhr als Wertanlage achten sollten.

Uhren sind mehr als ein modisches Accessoire. Sie können an Wert verlieren oder gewinnen – und sie spiegeln nicht nur den Geschmack ihres Besitzers, sondern auch gesellschaftliche Trends. Umso spannender, dass es plötzlich wieder glänzen muss am Handgelenk. Trotz wirtschaftlicher Krisen, Kriege und eines Einbruchs der Edelmetallpreise am Rohstoffmarkt. Ein großer Trend im Uhrenbereich ist die Farbe Gold. Auf den Messen in Basel, Hongkong und München zeigten die Hersteller etliche goldene Modelle, teilweise in Kombination mit anderen Metallen wie Silber oder Stahl.

Die Nachfrage nach goldenen Uhren sei deutlich gestiegen, auch wenn sie in der Gesamtbetrachtung immer noch hinter den weitaus günstigeren Edelstahlmodellen liegen, sagt Jürgen Lupfer, Uhrmacher und Inhaber von Juwelier Müller in Kempten. Mit Blick auf die unterschiedlichen Goldtöne sei eine klare Verteilung zu erkennen. „Herren bevorzugen heute eine Uhr in Roségold, die Damen hingegen haben meist gelbgoldenen Schmuck und wollen eine passende Uhr in Gelbgold dazu tragen.“

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Goldtrend in allen Preissegmenten

Der Trend werde von den zwei großen globalen Märkten befeuert, auf die sich viele Uhrenmarken konzentrieren: „In den USA ist Gelbgold allgemein stärker, in Russland hingegen Roségold gefragt“, sagt Lupfer. So landen mehr Goldtöne in den Sortimenten der Hersteller, die Kunden erlebten dadurch eine breitere Auswahl an Golduhren. Der Markt im Niedrigpreissegment ist mit vielen vergoldeten Modellen längst nachgezogen.

Trendforscherin Lola Güldenberg sieht in der Modefarbe auch eine Sehnsucht nach Stabilität, Klarheit und Sicherheit – in unsicheren Zeiten. „Gold hat etwas Nostalgisches. Das ist ein altes Metall, es hat eine gewisse Wärme und immer noch was Alchemistisches.“

Während Gold an den Aktienmärkten seinen Status als sicherer Hafen seit 2010 eingebüßt hat, findet sich das Metall umso häufiger in der Mode und im Design wieder. In der Autoindustrie kamen erst Platintöne zum Tragen, jetzt sei Kupfer ein wichtiges Thema, sagt Güldenberg. „Und Kupfer und Gold liegen vom Farbthema nicht weit auseinander.“ Auch das Smartphone erlebt gerade seine güldene Ära: Im vergangenen Jahr kam Apples iPhone 6 mit gelbgoldenem Gehäuse auf den Markt, seit diesem Herbst gibt es den Nachfolger, das iPhone 6s, auch in Roségold.

Der aktuelle Goldtrend lässt sich bei Uhrenmodellen in allen Preissegmenten beobachten. Tragen könne die Farbe heute eigentlich jeder, sagt Thomas Wanka, Uhrenexperte und Chefredakteur des „Uhren-Magazins“. „Eine goldene Uhr ist keine Protzerei, wenn man mal von einer massiven goldenen Sportuhr absieht.“ Ein hochwertiger mechanischer Chronograf in einem Goldgehäuse – das gehöre mittlerweile zum guten Ton. „Am besten greift man zu einer roségoldenen Uhr mit einem schönen Krokolederarmband, das sieht einfach superelegant aus und unterstreicht die Kennerschaft des Besitzers“, sagt Wanka.

Lohnt es sich, in Golduhren zu investieren?

Bei den Luxusmarken kommt neben dem modischen Chic ein weiterer Aspekt hinzu, der den Goldrausch fördert: die steigende Bedeutung der Uhr als Wertanlage. Viele Kunden versprechen sich bei Golduhren eine höhere Wertsteigerung – vielleicht auch verbunden mit einer neuen Goldpreisrallye.

Aber lohnt es sich wirklich, jetzt zu investieren? „Wenn es um den Wertsteigerungsaspekt geht, ja“, sagt Wanka. „Nicht jedoch im Hinblick auf den Goldgehalt der Uhr, das darf man sich nicht ausrechnen.“ Aber da von Golduhren grundsätzlich eine deutlich geringere Stückzahl produziert werde als von anderen Modellen, sei das Wertsteigerungspotenzial wie bei limitierten Auflagen eben deutlich größer.

Wer über eine Golduhr als Anlage nachdenkt, sollte von Anfang an die Folgekosten einkalkulieren, die etwa durch eine Lagerung bei der Bank oder Versicherungskosten entstehen. „Man muss einen Horizont von zehn bis fünfzehn Jahren haben. Das ist kein schnelles Geschäft“, sagt Wanka. In dieser Zeit muss die Uhr gepflegt werden, in Zyklen von fünf bis zehn Jahren sollte sie zur Revision. Wichtig: Nur mechanische Uhren taugen wirklich als Wertanlage. „Sie können heute noch Uhren res­taurieren lassen, die vor 300 Jahren gebaut worden sind“, sagt Wanka. „Aber eine Quarzuhr aus den 1970ern – versuchen Sie da mal eine neue Batterie oder einen Kondensator zu finden.“ Die Wertigkeit der feinmechanischen Uhrmacherkunst, das sind sich Experten sicher, wird bestehen bleiben – selbst wenn der Goldrausch abgeklungen ist.

cover-11-15Ein Artikel aus der impulse-Ausgabe 12/15.

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