Leben Günstige Preise locken Urlauber nach Griechenland

Ein Hafen in Griechenland: Die Nachfrage nach einem Urlaub auf Kreta oder anderem griechischen Inseln ist zuletzt deutlich gestiegen.

Ein Hafen in Griechenland: Die Nachfrage nach einem Urlaub auf Kreta oder anderem griechischen Inseln ist zuletzt deutlich gestiegen.© elkoeisink/Flickr/ Creative Commons CC-BY-SA 2.0

Der Tourismus boomt und die griechische Wirtschaft schöpft Hoffnung. Denn jeder dritte Grieche verdient am Geschäft mit Urlaubern. Eine kleine Ferieninsel profitiert besonders.

Altgediente Hoteliers sind sich einig: Noch nie hat es einen solchen Touristenstrom nach Griechenland gegeben. Regierungschef Antonis Samaras ist begeistert. Die Rekordmarke von 20 Millionen Besuchern soll bis zum Jahresende erreicht werden, sagte er kürzlich. Fast jeder dritte Grieche ist direkt oder indirekt mit dem Tourismus verbunden.

Ist das Hotel voll, profitieren auch die Taverne und die Bar nebenan, ebenso wie Lieferanten und die Landwirtschaft. Für die griechische Wirtschaft, die seit mehreren Jahren in einer schweren Krise steckt, ist der Boom ein Hoffnungsschimmer.

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Die Preise sind im Vergleich zum Jahr 2009 um bis zu 30 Prozent gesunken. In Athen, wo man noch vor wenigen Jahren kein vernünftiges Zimmer unter 70 Euro pro Nacht fand, zahlt man heute 40 Euro. Auf der Halbinsel Peloponnes und den weniger bekannten Inseln gibt es Zimmer mit Meeblick für 30 Euro.

 Jet-Set auf Mykonos

Doch nicht überall ist es billiger geworden, vor allem nicht auf der Jet-Set-Insel Mykonos. Dort setzt man vor allem auf Reiche und alle, die dazu gehören wollen. Insgesamt 2,5 Millionen Euro nahm beispielsweise eine Bar an einem Abend ein – dafür hatte sie den spanischen Sänger Julio Iglesias gebucht. Reiche Araber, türkische Großunternehmer, Fußballer, Stars aus dem Showbusiness: Auf Mykonos lassen sich alle blicken.

Alles für den Gast heißt das Motto in den Touristenhochburgen von Kreta, Rhodos, Kos und Korfu. „Ein unzufriedener Besucher sorgt für zehn Gäste weniger, wenn er seine schlechten Erfahrungen erzählt. Das haben wir uns hinter die Ohren geschrieben“, sagt Christos Pilatakis, Hoteldirektor im Touristenort Lindos auf Rhodos.

 

Ein Drittel der Griechen lebt vom Tourismus.

Ein Drittel der Griechen lebt vom Tourismus.© Lee Cannon/Flickr/ Creative Commons CC BY-SA 2.0

Es sind jedoch nicht allein die Anstrengungen der Griechen, die zum Aufschwung des Tourismus geführt haben. Traditionelle Konkurrenten wie Ägypten verzeichnen deutliche Rückgänge bei den Gästezahlen. Rund 15 Millionen Touristen schwenkten dieses Jahr um auf sicherere Urlaubsziele im Süden Europas, schätzen die griechischen Tourismusbehörden.

 Angestellte warten auf ihr Geld

Es gibt aber auch Schattenseiten des Booms. Die Gewerkschaft der Tourismusangestellten der Insel Rhodos protestierte jüngst: Viele Hoteliers seien im Rückstand bei der Zahlung der Gehälter – zwischen einem und drei Monate. Dies betreffe rund 12.000 von insgesamt 17.000 Gewerkschaftsmitgliedern auf Rhodos. Die Hoteliers bestreiten dies. Es gebe nur einige, wenige Fälle, heißt es.

„Nicht wenige Hotelbesitzer sagen uns, sie werden uns am Ende der Saison (November) alles zahlen. Zum Glück gibt es das Trinkgeld der Gäste“, sagt ein Empfangsangestellter eines Hotels in der Hafenstadt Patras. Ein Unternehmer auf der Insel Ägina bot Zimmermädchen an, im Hotel zu essen und nur noch vom Trinkgeld zu leben.

Absagen aus Russland

Der Hotelierverband der Insel betont, es handele sich um eine Ausnahme. Auch die Spannungen zwischen der EU und Russland belasten das Tourismusklima in Griechenland. Es gibt bereits Annullierungen nachdem russische Reiseagenturen pleite gingen.

Trotz der Probleme sind die Griechen dieses Jahr – was den Tourismus betrifft – zufrieden. Der Sektor läuft gut und gibt Zehntausenden Menschen Arbeit. „Für uns ist und bleibt der Tourismus der Motor für die griechische Wirtschaft“, sagt Hotelier Dimitris Skalidis.

1 Kommentar
  • GriechenlandReisender 17. September 2014 10:01

    Griechenland war ist und bleibt eins der beliebtesten Reiseziele weil es so viel bietet. Traumhafte Landschaften, Strände und Sehenswürdigkeiten. Leckeres gesundes Essen und sehr gute Weine. Das wichtigste aber sind die Menschen. Egal wie gebeutelt sie von der Krise oder wie schlecht es ihnen geht die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft haben sie nie verloren. Ich bin Fan von der Region Epirus und speziell dem Ort Parga. Parga befindet sich auf dem Festland im Nordwesten gegenüber der Insel Korfu. Hier wohnen wir immer in der kleinen Apartmentanlage „Spiros Studios“ am Lichnos Strand und verbringen immer einen traumhaften und unvergesslichen Urlaub. Auch Freunde und Verwandte konnten wir schon für Griechenland begeistern und alle teilen unsere Meinung.

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