Filmstarts der Woche Diese Woche im Kino: Wendepunkte im Leben

"Boulevard" ist der letzte große Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, bevor er sich im August 2014 das Leben nahm.

"Boulevard" ist der letzte große Film mit Robin Williams in der Hauptrolle, bevor er sich im August 2014 das Leben nahm.© picture alliance / dpa

Der letzte große Film mit Robin Williams, eine Komödie mit Will Ferrell und Mark Wahlberg und ein Animationsdrama ganz ohne Schauspieler: Diese Filme sind neu im Kino.

Ein letzter Film mit Robin Williams: „Boulevard“


Das Drama „Boulevard“ von Regisseur Dito Montiel ist der letzte große Film mit Hollywood-Star Robin Williams in einer Hauptrolle. Der Schauspieler, der sich im August 2014 das Leben nahm, verkörpert hier einen biederen Bankangestellten, der sich mit 60 Jahren seine Homosexualität eingestehen muss und dadurch in eine existenzielle Krise gerät.

Regisseur Montiel tat gut daran, ganz dem Charisma und dem Können seines Hauptdarstellers zu vertrauen. Robin Williams, der schon Erfolge feierte mit Dramen wie „Der Club der toten Dichter“ und Komödien wie „Mrs. Doubtfire“, macht den Film zum Ereignis.

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Einige Rezensionen monieren bei allem Lob für Williams zwar, die in der Gegenwart spielende Geschichte gehöre in die 1950er Jahre. Die Kritiker meinen, heutzutage sei es unwahrscheinlich, dass ein homosexueller Mann erst mit 60 Jahren sein Coming-out habe. Dabei übersehen sie, dass es auch in der westlichen Welt noch immer Intoleranz gegenüber Lebensformen fern des Gängigen gibt. Darauf verweist der Film dezent und erhält dadurch zusätzliches Gewicht.

  • Boulevard, USA 2014, 85 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Dito Montiel
  • Darsteller: Robin Williams, Kathy Baker, Roberto Aguire

 

„Anomalisa“: Berührendes Animationsdrama von Charlie Kaufman


Trickfilme sind etwas für Kinder – dieser Irrglaube hält sich hartnäckig. Schließlich werden gezeichnete oder am Computer animierte Werke noch häufig mit süßen Disney-Klassikern von einst assoziiert. Doch im Schatten der großen Blockbuster gab es in den vergangenen Jahren wahre Meisterwerke wie den japanischen Animé „Chihiros Reise ins Zauberland“ oder die Tragikomödie „Mary & Max“.

Auch der US-Amerikaner Charlie Kaufman zeigt nun, wie menschlich das Leben nicht-realer Helden sein kann. Michael Stone ist erfolgreicher Buchautor und Motivationsredner. Sein eigenes Leben aber erscheint ihm leer. Als er für einen Vortrag in Cincinnati allein in seinem Hotel ist, lernt er in der Bar Lisa kennen und verliebt sich in sie. Lisa scheint anders als all die anderen Menschen um ihn herum, er tauft sie „Anomalisa“. Die beiden kommen sich vorsichtig näher und erleben in einer Nacht zusammen ein paar kurze Momente des Glücks.

Zusammen mit dem Animationsspezialisten Duke Johnson hat der US-Amerikaner Charlie Kaufman mit „Anomalisa“ ein überraschend berührendes Werk gedreht – das trotz seiner puppenähnlichen Figuren zutiefst menschlich ist. Beim Filmfestival Venedig gab es 2015 dafür den Großen Preis der Jury.

  • Anomalisa, USA 2015, 91 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Charlie Kaufman, Duke Johnson

 

„Daddy’s Home“: Schenkelklopfer-Komödie um zwei ungleiche Väter


Will Ferrell gegen Mark Wahlberg – das heißt: Gefühle gegen Muskeln, Beständigkeit gegen Abenteuer, Fürsorge gegen Sorglosigkeit, uncool gegen cool. Die beiden ungleichen Männer schenken sich nichts in der US-Väterkomödie „Daddy’s Home – Ein Vater zu viel“.

Es geht ja auch um einiges – die Zuneigung der beiden Geschwisterkinder Megan und Dylan. Und die will sowohl der fürsorgliche Stiefvater Brad als auch der Draufgänger Dusty als biologischer Vater ganz für sich allein. Doch ob da Mama Sarah (Linda Cardellini) mitspielt? Ein Vater ist in dieser etwas krachledernen Komödie auf jeden Fall zu viel, vielleicht aber auch zwei.

Die Gags: Irgendwie ganz ordentlich, aber auch ziemlich krachledern. Neben echt witzigen Passagen wie dem Tanz-Wettstreit aufgebrachter Väter, die sich gerade noch prügeln wollten, gibt es eine Menge überkandidelte Albernheiten. Beispiele? Die krachende Fahrt auf dem geborgten Motorrad quer durchs Haus mit einem Will Ferrell, der anschließend in der Gipswand feststeckt. Oder die Skateboard-Action im Garten mit einem Will Ferrell, der an die Oberleitung knallt. Autsch…

Subtil geht anders. Allerdings kann „Daddy’s Home“ durchaus ein Spaß sein, wenn man weiß, worauf man sich einlässt. Und Thomas Haden Church als verschrobener Radio-Chef, der seinem Angestellten Brad mit unnützen Tipps zur Seite steht, ist durchaus sehenswert.

  • Daddy’s Home – Ein Vater zu viel, USA 2015, 96 Min.
  • FSK ab 6
  • Regie: Sean Anders
  • Darsteller: Will Ferrell, Mark Wahlberg, Linda Cardellini

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