Leben Massenmailings: Weit vorbei ist voll daneben

Kommt nicht gut an: Massenmails an einen wahllosen Verteiler

Kommt nicht gut an: Massenmails an einen wahllosen Verteiler© dpa

Je größer der Adressverteiler für ein Mailing ist, desto besser. Oder vielleicht doch nicht? impulse-Chefassistentin Anna Bicker über die Gefahr, Kontakte durch unpassende Ansprache zu vergraulen.

„Nein, das ist für uns nicht von Interesse.“ – „Ich hatte Ihrem Kollegen in der letzten Woche schon gesagt, dass das für uns nicht interessant ist. Und nehmen Sie uns bitte aus Ihrem Verteiler“ – „Nein, das passt wirklich nicht zu uns… ja ich bin mir ganz sicher… nein, da muss ich den Chef nicht fragen. Wissen Sie eigentlich, was wir machen? Nicht? Dann schauen Sie sich das doch bitte erst mal an, bevor Sie nochmal auf uns zukommen!“

Liebe Marketing-, PR- und Vertriebsmenschen, nein, danke! Der neue Lippenstift Ihres Kunden mit der unglaublichen Farbe ist bestimmt toll. Und mag ja sein, dass er vereinzelt von Mittelständlern vertrieben wird, aber wo ist bei der ganzen Geschichte der Nutzwert für unsere Leser?

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Auch die groß angelegten, telefonischen Nachfassaktionen Ihrer Mitarbeiter machen die Mailings für uns nicht interessanter. Mein Vorschlag: Statt das Mailing an, sagen wir 5000 Empfänger zu schicken und im Anschluss daran jeden Empfänger von Ihren Mitarbeitern dreimal anrufen zu lassen, in der Hoffnung, dass zumindest 3 Prozent Erfolgsquote zu vermelden ist. Lieber einen kleinen, sauber recherchierten Verteiler aufsetzen. Mit Firmen, die wirklich zu dem passen, was Sie anbieten. Dann klappt es vielleicht auch mit einem „Ja“ von der Chefassistentin.

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