Leben „Mission Impossible“ – und was sonst noch anläuft

Die fünfte Mission von Ethan Hunt (Tom Cruise) wird rasant und ziemlich explosiv.

Die fünfte Mission von Ethan Hunt (Tom Cruise) wird rasant und ziemlich explosiv.© Paramount Pictures

Ein Fest für Action-Fans: Im fünften Teil von "Mission: Impossible" jagt Ethan Hunt alias Tom Cruise prorussische Separatisten. Auch „Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe ist in einem neuen Streifen zu sehen. Aber lohnt sich dafür der Gang ins Kino - zumal bei diesem schönen Wetter? Unsere kleine Filmkritik.

Tom Cruise wagt zum fünften Mal die „Mission: Impossible“

Im fünften Teil der Actionreihe um den amerikanischen Top-Agenten Ethan Hunt und sein unbesiegbares Wunderteam bleibt die Welt, wie sie schon vor 20 Jahren beim Start der Serie war: Ganz gut und ganz böse – und damit höchst einträglich für die Produzenten, die bisher zwei Milliarden Dollar (1,85 Milliarden Euro) kassiert haben. Die Filme haben auch Cruise, dessen Vermögen mal auf 200, mal auf deutlich über 400 Millionen Dollar geschätzt wird, nicht wirklich ärmer gemacht.

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Dieses Mal gilt es, einen „Schurkenstaat“ namens „Syndicate“ – eine wortkarge Gang mit optischem Hang zu prorussischen Separatisten – zu besiegen. Das Problem ist, dass die Mission Impossible Force (MIF) auf Drängen der CIA aufgelöst wurde – und sich Cruise alias Hunt nun umso schwerer gegen seinen heiseren, psychopathischen Konterpart (Sean Harris) und dessen Bösewichte behaupten kann. In Marokko, London und nicht zuletzt in Wien gedreht, reihen sich die Stuntszenen zu einem vorhersehbaren Verlauf aneinander.

Österreichische Bundeskanzler soll getötet werden

Zu einer besonderen, wenngleich makaberen Ehre kommt der österreichische Bundeskanzler. Das „Syndicate“ will ihn beim Besuch der Wiener Staatsoper töten. Im rauschhaften Schluss der Arie „Nessun Dorma“ der Puccini-Oper sollen die tödlichen Schüsse fallen.

So wunderbar blass und abgearbeitet, wie ein dauergestresster Agent einfach sein muss, kann im MIF-Team besonders Jeremy Renner („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“) als William Brandt überzeugen. Alec Baldwin als CIA-Direktor möchte diabolisch wirken, aber das will ihm nicht so recht gelingen. Rebecca Ferguson als Undercover-Agentin Ilsa Faust ist ein starkes Signal an alle Drehbuchschreiber: So überzeugend können Frauen Männer aus höchster Not retten – zum Beispiel wenn Cruise unter Wasser beim Knacken eines vielfach gesicherten Computers „schon“ nach drei Minuten die Luft ausgeht.

Eindringen in Computer-Systeme ein Standard-Element

Das Eindringen in Computer-Systeme hat „Mission: Impossible“ als dramaturgischen Standard etabliert. Dieses Mal sind die Räume nicht nur per Fingerabdruck, Iris- und Spracherkennung gesichert, sondern eine Todesmaschine überwacht auch noch das Gangbild desjenigen, der es wagt, den Computerraum zu betreten.

Die 130 Minuten in der Regie von Christopher McQuarrie sind nicht immer fesselnd, haben aber auch hübsche Momente. Bei der Flucht mittels Tau aus der von der Polizei umstellten Wiener Staatsoper etwa stellt sich plötzlich eine unaufgeregte Leichtigkeit zwischen Cruise und der 31-jährigen Schwedin Ferguson ein. Die gelassene Haltung erinnert an die Formel eines alten Machos und genialen Autoren: „Grace under pressure“ (Anmut unter Druck) hat Ernest Hemingway einst empfohlen. Gerne mehr davon, sollte es einen sechsten Teil geben.

  • Mission: Impossible – Rogue Nation, USA 2015, 131 Min.
  • FSK: FSK o.A.
  • Regie: Christopher McQuarrie
  • Darsteller: om Cruise, Rebecca Ferguson, Jeremy Renner u.a.

 
 

„Horns“ – ein Gruselthriller mit schwarzem Humor

„Harry Potter“-Star Daniel Radcliffe zeigt in dem Mystery-Thriller „Horns“ seine Verwandlungskünste. Unter der Regie des französischen Schocker-Spezialisten Alexandre Aja („The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen“, „Piranha 3D“) wachsen ihm Hörner auf der Stirn. Radcliffe spielt einen jungen Mann, der unter Verdacht gerät, seine Freundin (Juno Temple) vergewaltigt und ermordet zu haben. Auf der Suche nach dem echten Killer entwickelt er übernatürliche Fähigkeiten. Er kann Menschen ihre wahren Gedanken entlocken.

„Horns“ hätte eine originelle Horror-Komödie sein können, doch der Spaß vergeht schnell. Der Film nach der Romanvorlage „Teufelszeug“ von US-Autor Joe Hill ist mit biblischer Symbolik überladen und zieht sich über zwei Stunden dann doch etwas länglich hin.

  • Horns, USA 2013, 120 Min.
  • FSK: ab 16
  • Regie: Alexandre Aja
  • Darsteller: Daniel Radcliffe, Max Minghella, Juno Temple, Heather Graham u.a.

 

„True Story“ – Ein ausufernder Psychothriller

Zwei Männer mit einem Glaubwürdigkeitsproblem: Starreporter Michael Finkel (Jonah Hill), der eine Titelgeschichte allzu sehr ausgeschmückt und damit seinen guten Ruf verspielt hat. Und der mutmaßliche Mehrfachmörder Christian Longo (James Franco), der bei seiner Verhaftung den Namen von Michael angegeben hat. In der Hoffnung auf eine gute Story und eine möglicherweise damit verbundene Rehabilitierung nimmt der geschasste Journalist Kontakt zu Longo auf, und die beiden schließen einen Deal. Bald aber wird klar, wer die Strippen in diesem Spiel zieht.

Keiner dieser Protagonisten ist sonderlich sympathisch und schon gar keine Identifikationsfigur. Allzu schnell spürt der Zuschauer, dass Christian ein falsches Spiel spielt, lässt sich aber immer mal wieder auf die falsche Fährte führen. Das macht eine gewisse Spannung aus. Zum Schluss aber bleibt ein sehr schaler Nachgeschmack. Schreibt das Leben doch nicht die besten Geschichten, brauchen wir die Fiktion, um uns unsere Welt zu basteln? Fragen, die sicher von erkenntnistheoretischer Bedeutung sind, in der wahren Geschichte „True Story“ dann aber doch einer allzu ambitionierten Inszenierung zum Opfer fallen. Ein leider etwas ausufernder Psychothriller.

  • True Story – Spiel um Macht, USA 2015, 99 Min.
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Regie: Rupert Goold
  • Darsteller: Jonah Hill, James Franco, Felicity Jones

 

1 Kommentar
  • B. Augustin 8. August 2015 15:34

    Tom Cruise und Scientology ist ein Ausschlusskriterium für mich.
    Kein Cent freiwillig für Sendungen und Filme mit Typen die zu dieser sehr Zweifelhaften „Kirche“ gehören.

    Schlimm genug, dass unser freiheitlicher Staat die Machenschaften von Scientology duldet.
    Wie z.B. Ausbeutung leichtgläubiger Menschen durch Kosten für unsinnige Kurse.

    Ebenso schlimm, dass gebildete Menschen des ZDF für meine GEZ-Zwangsgebühr ganz naiv solche Aushängeschilder wie Tom Cruise von Scientology bei „Wetten dass?“ auf die Couch setzen.

    Es war schon seit je her nervig, das sich „Wetten dass?“ und das ZDF zum billigen Werbeträger für jeden Hollywood – Schund missbrauchen ließen.

    Aber schon alleine dass man beim ZDF durch die reine Präsenz von Scientology Werbeträgern wie Tom Cruise und John Travolta der mafiösen Scientology Werbe-Plattformen geboten hatte, machte mich endgültig vom „Wetten dass?“ – Fan zum „Wetten dass?“ – Boykotteur.

    Es wäre schön, wenn die deutsche Medien und Presselandschaft Filme mit Scientology Schauspielern mehr ignorieren würde und stattdessen die freie Kapazität für die Recherche und Berichterstattung über die Machenschaften dieser Organisation nutzen würde.

    Da ist es nämlich sehr ruhig geworden. Man könnte fast den Eindruck gewinnen in vielen Chefetagen der Deutschen Medien sitzen schon die Scientologen, wenn zum einen kostenlose Werbung für ihre Hollywood-Produktionen durch Berichterstattung betrieben wird statt kostenpflichtige Werbeanzeigen zu verkaufen und zum anderen über die Machenschaften von Scientology geschwiegen wird.

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