Auto Mit 111 km/h zum Weltrekord

Das Tesla-Model-S.
Copyright: Tesla

Das Tesla-Model-S. Copyright: Tesla

Von Ladestation zu Ladestation: Wie der bayerische Unternehmer Michael Willberg mit seinem Elektro-Sportwagen in 48 Stunden zehn Länder durchquerte und dabei einen neuen Weltrekord aufstellte.

Michael Willberg ist Gründer und Geschäftsführer des Kopfhörer-Herstellers Ultrasone aus Tutzing in der Nähe von München. Vor einem Jahr ersetzte er seine S-Klasse mit einem Elektrofahrzeug. Seitdem ist er überzeugt, dass dieser Antriebsart die Zukunft gehört.

Herr Willberg, Sie wollten in zwei Tagen zehn Länder mit Ihrem Tesla durchfahren. Haben Sie es geschafft?

Ja, los ging es am Mittwoch in Bayern und von da im Uhrzeigersinn einmal quer durch Europa: Österreich, Slowenien, Italien, Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande, Deutschland, Dänemark – und wieder zurück nach Bayern, wo wir pünktlich nach genau 48 Stunden und 11 Minuten am Freitagvormittag wieder ankommen sind. Es waren exakt 4000 Kilometer – Weltrekord auf der Langstrecke mit einem Elektroauto.

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Exakt 4000? Wie haben Sie das denn hinbekommen?

Um den magischen Wert zu erreichen, mussten wir kurz vor dem Ziel noch drei Runden im Kreisverkehr drehen. Den Rekord hatten wir da aber längst schon sicher: Der alte lag bei 3430 km in zwei Tagen. Das ist also ein gewaltiger Sprung.

Foto: Privat.

Foto: Privat.© Privat

Es heißt immer, Unternehmer hätten so wenig Zeit. Was bringt Sie dazu zwei volle Tage auf der Autobahn zu verbringen?

Mit dem Weltrekord erreichen wir viele Menschen, alleine auf Facebook haben 4000 User die Fahrt mitverfolgt. Ich will das Thema Elektromobilität in Deutschland voranbringen. In den Köpfen der Leute ist das noch gar nicht richtig angekommen oder wird für eine teure Schnapsidee gehalten. Viele Autofahrer verbinden mit Elektrofahrzeugen langsam dahin schleichende Verkehrshindernisse, bei denen man Angst haben muss, es rechtzeitig bis zur nächsten Steckdose zu schaffen. Wir wollten zeigen, dass sich Elektroautos auch für die Langstrecke eignen und längst alltagstauglich sind.

Wie schnell waren Sie unterwegs?

In der Spitze waren es zwischen 140 und 150 km/h, im Durchschnitt lagen wir bei 111 km/h, wenn man die Staus herausrechnet. Das ist also kein Unterschied zu einem Auto mit Benzinmotor. Das Entscheidende für den Rekord waren aber die kurzen Ladezeiten: Wir haben die Strecke so geplant, dass die Batterien möglichst leer waren, wenn wir eine Ladestation angesteuert haben, weil sie sich dann am schnellsten aufladen lassen. Das ist wie beim Handy: je leerer der Akku, desto schneller geht das Aufladen.

Haben Sie es immer bis zur nächsten Ladestation geschafft?

Ja, sonst wäre der Rekord auch futsch gewesen. Die längste Strecke zwischen zwei Supercharger-Ladestationen war die zwischen Ljubljana in Slowenien und Verona in Italien. Da sind wir maximal 120 km/h gefahren, um etwas Strom zu sparen und die Batterie hat durchgehalten.

Na dann weiterhin gute Fahrt und danke für das Gespräch.

1 Kommentar
  • josef 23. März 2015 10:18

    Gratulation,
    jetzt sind also die Pickerl und nicht mehr die Ladestationen das Problem im „vereinten“ Europa….
    wo sind die ganzen Pickerl?

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