Leben Musical „Chicago“: Mord, Intrigen und ganz viel Jazz

Velma Kelly (Lana Gordon, v.l.n.r.), Billy Flynn (Nigel Casey) und Roxie Hart (Carien Keizer)

Velma Kelly (Lana Gordon, v.l.n.r.), Billy Flynn (Nigel Casey) und Roxie Hart (Carien Keizer)© Country of Origin

Mordende Nachtclubsängerinnen, ausgefeilte Choreographien und eine Prise Zynismus: Stuttgarts neues Musical "Chicago" bringt die wilden 20er Jahre nach Baden-Württemberg.

Grazile Tänzer, flotte Jazz-Musik und eine Geschichte voller Intrigen, Korruption und bissigem Humor – das sind die Zutaten für „Chicago“. Der Musical-Klassiker von John Kander und Fred Ebb bringt das Flair der 1920er Jahre nach Stuttgart. Nach nur fünf Wochen Proben präsentiert das Ensemble eine energiegeladene Show rund um die Nachtclubsängerinnen Velma Kelly und Roxie Hart.

Die Plateauschuhe und Spandex-Anzüge des Musicals „Mamma Mia!“ sind weggepackt. Anstelle der Popmusik von Abba regiert der Jazz im Stage Palladium Theater. Ein 14-köpfiges Orchester musiziert mitten auf der Bühne vor den Augen der 1800 Gäste der Vorpremiere am Mittwochabend.

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„Chicago“ wurde im Jahr 1975 in New York uraufgeführt und läuft seit 1996 wieder am Broadway. Das Stück kam zum ersten Mal im Jahr 1988 nach Deutschland. Der Musical-Klassiker wurde unter anderem mit sechs Tony Awards ausgezeichnet und 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger und Richard Gere fürs Kino verfilmt. In Stuttgart läuft die Fassung des Broadway-Revivals aus dem Jahr 1996.

Verwirrspiel aus Tricks, Lügen und Eifersucht

Nachdem die Nachtclubsängerin Roxie Hart (Carien Keizer) ihren Liebhaber ermordet hat, landet sie im Gefängnis und lernt die korrupte Gefängnisaufseherin Mama Morton (Isabel Dörfler) und den ehemaligen Star der Jazz-Szene, Velma Kelly (Lana Gordon) kennen. Velma plant schon lange ihr Comeback nach der Freilassung, doch Roxie hegt eigene Pläne. Sie will der neue Star am Jazz-Himmel werden.

Roxie gerät mit Hilfe von Mama Morton an den durchtriebenen Staranwalt von Velma, Billy Flynn (Nigel Casey). Der Anwalt nimmt sich ebenfalls Roxies an und möchte die beiden aus dem Gefängnis boxen. Die zwei Tänzerinnen buhlen nun um die Gunst von Flynn. Ein Verwirrspiel aus Tricks, Lügen und Eifersucht nimmt seinen Lauf.

Auf das Essenzielle reduziert

„Chicago“ wurde auf das Essenzielle reduziert. Die Bühne ist in schwarz getaucht. Licht und Nebel sorgen für die Stimmung. Ab und zu kommen Requisiten zum Einsatz. Jede kleinste Bewegung ist durchdacht. Der Tanzstil des Stücks ist dem Choreographen Bob Fosse zu verdanken, der ebenfalls Regie für die Inszenierung im Jahr 1975 führte.

Der „Zellenblock Tango“ oder der „Pressekonferenz Rag“ sind zwei der vielen Highlights des Musicals. Im Tango rechtfertigen sechs mutmaßliche Mörderinnen akrobatisch ihre Taten. Im Rag benutzt Flynn seine Klientin Roxie als menschliche Puppe und erklärt ihr zynisch, wie die Welt der Presse funktioniert. Die Gerichtsverhandlung im zweiten Akt bildet den krönenden Abschluss. Dort verwandelt der Anwalt den Saal in einen Zirkus.

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