Leben Nach Tod von Gastarbeitern: Katar kündigt Arbeitsrechtsreform an

Nach dem Tod von Gastarbeitern und der weltweiten Kritik an den Zuständen auf Baustellen für die WM in acht Jahren reformiert Katar sein Arbeitsrecht. Aus Sicht von Kritikern ändert sich die Situation dadurch aber nur geringfügig.

Katar will nach dem Tod von Gastarbeitern auf den WM-Baustellen Konsequenzen ziehen und erhält dafür Lob vom Fußball-Weltverband FIFA. Unter dem Motto „Katar führt weitreichende Reformen im Arbeitsrecht ein“ erklärten Regierungsvertreter am Mittwoch in Doha, für ausländische Arbeiter werde es künftig leichter sein, innerhalb von Katar den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land zu verlassen. Außerdem sollten Geldstrafen für Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern den Pass wegnähmen, erhöht werden.

Kommentatoren wiesen allerdings darauf hin, dass diese Maßnahmen, die erst noch in geltendes Recht umgesetzt werden müssten, die Situation der ausländischen Bauarbeiter nur geringfügig verbessern würden.

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Nach Angaben internationaler Gewerkschaftsorganisationen sollen 1200 ausländische Arbeiter auf Baustellen in dem Golfstaat gestorben sein, seit Katar 2010 den Zuschlag für die WM erhielt. Die Regierung dort bestreitet diese Zahlen. Die Gastarbeiter stammen größtenteils aus Nepal, Indien und Bangladesch. Berichten zufolge müssen sie in Katar oft viele Stunden lang in sengender Hitze ohne Pause schuften. Außerdem seien sie zum Teil in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht.

FIFA begrüßt Ankündigung

Die FIFA begrüßte die Ankündigung des Gastgeberlandes der Weltmeisterschaft 2022 unterdessen. Dies bestätige die Zusage der Behörden in dem Golfemirat, die Situation der Gastarbeiter in dem Land zu verbessern, teilte der Weltverband auf seiner Internetseite mit.

„Die Ankündigung ist ein signifikanter Schritt in die richtige Richtung für einen nachhaltigen Wandel in den Wohlfahrtsstandards der Arbeiter in Katar“, sagte Verbandspräsident Joseph Blatter. „Wir erwarten die Umsetzung von konkreten Aktionen in den kommenden Monaten.“

Die Vergabe der WM in acht Jahren an Katar ist umstritten: Wegen der Hitze gibt es große Bedenken, ob das Turnier wie geplant im Sommer stattfinden kann. Eine Entscheidung über den endgültigen Termin soll erst nach der Weltmeisterschaft in Brasilien in diesem Jahr fallen.

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