Filmstarts der Woche Ein Superheld wider Willen

Mehr Blut, mehr Sex, mehr Witz: Mit „Deadpool“ kommt eine unterhaltsame, nicht-jugendfreie Marvel-Comicverfilmung ins Kino - mit einem herrlich selbstironischen Ryan Reynolds.

Mehr Blut, mehr Sex, mehr Witz: Mit „Deadpool“ kommt eine unterhaltsame, nicht-jugendfreie Marvel-Comicverfilmung ins Kino - mit einem herrlich selbstironischen Ryan Reynolds.© 2015 Twentieth Century Fox

Ryan Reynolds als Marvel-Superheld, Robert De Niro als Dirty Grandpa und Antonio Banderas als Anführer verschütteter Minenarbeiter – diese Woche fährt Hollywood schwere Geschütze auf.

„Deadpool” – Ryan Reynolds als Marvel-Antiheld

Eine Superhelden-Geschichte mal anders: Schauspieler Ryan Reynolds kommt als Antiheld des Marvel-Universums ins Kino.

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Wade Wilson (Ryan Reynolds), ein Ex-Soldat, der sich als Söldner in einer zwielichtigen Organisation seinen Lebensunterhalt verdient, hat Krebs im Endstadium. Da ist nichts zu machen. Und das ausgerechnet, als er mit Vanessa (Morena Baccarin) gerade seine große Liebe gefunden und ihr einen Heiratsantrag gemacht hat.

Um ihr schmerzhafte Monate an der Seite eines todkranken Krebspatienten zu ersparen, begibt er sich in die Hände des skrupellosen Ajax (Ed Skrein), der verspricht, einen Superhelden aus ihm zu machen. Wades einzige Sorge: „Ich will nicht, dass der Superhelden-Anzug grün ist – oder animiert.“ Einen grünen Anzug muss Schauspieler Reynolds ja schließlich schon als grüne Laterne in „Green Lantern“ tragen.

Doch Ajax macht aus ihm in grauenvollen Folter-Experimenten, die der Film bis ins schrecklichste Detail auskostet, ein unverwundbares Wesen – und (zumindest optisch) ein Monster.

Mit eher bunt geratenen Filmen über die „Avengers“, „Iron Man“, „Thor“ oder die „Fantastischen Vier“ hat „Deadpool“ rein gar nichts zu tun. Die Geschichte ist deutlich sexier, düsterer, blutiger – und sehr viel witziger.

  • Deadpool, USA/Kanada 2016, 104 Min.
  • FSK ab 16
  • Regie: Tim Miller
  • Darsteller: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Ed Skrein

„Dirty Grandpa“: Klamaukige Komödie mit De Niro und Efron

Draufgängerischer Großvater trifft auf spießigen Enkel: In der Komödie „Dirty Grandpa“ geben Robert De Niro und Zac Efron ein ungleiches Paar – und erleben ein Partychaos in Florida.

Dick (Robert De Niro) hat gerade seine Frau beerdigt. Seine neue Freiheit möchte er gebührend feiern – und überredet seinen Enkel Jason (Zac Efron), mit ihm nach Florida zu fahren. Die beiden landen in der Partyhochburg Daytona zwischen partywütigen College-Kids.

Wettsaufen, Drogeneskapaden und auf die Stirn gekritzelte Penisse gehören dabei noch zu den harmlosesten Ausrutschern des ungleichen Duos. „Dirty Grandpa“ entwickelt sich schnell zu einem klamaukigen Chaos voller zotiger Sprüche.

De Niro gibt den bösen Opa, der als sex-wütiger Draufgänger ohne Hemmungen nicht nur die Nerven seines Enkels herausfordert. Manch ein Zuschauer wird fassungslos auf die Leinwand starren, wenn De Niro immer wieder scheinbar schmerzfrei mit seinen derben Sprüchen unter die Gürtellinie zielt.

Ganz ohne vermeintliche Moral geht es aber auch bei „Dirty Grandpa“ nicht. Denn wenn zwei so ungleiche Figuren aufeinandertreffen, müssen sie sich nach ungeschriebener Hollywood-Regel mit der Zeit annähern und voneinander lernen.

  • Dirty Grandpa, USA 2015, 102 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Dan Mazer
  • Darsteller: Zac Efron, Robert De Niro, Julianne Hough

„69 Tage Hoffnung“: Bergarbeiterdrama mit Antonio Banderas

Im Jahr 2010 wurden 33 Bergleute in einer chilenischen Mine verschüttet und überlebten 69 Tage, bevor sie allesamt mit einer eigens angefertigten Rettungskapsel aus fast 700 Metern Tiefe geborgen wurden.

Der hochkarätig besetzte, aber konventionell inszenierte Spielfilm „69 Tage Hoffnung“ der mexikanischen Regisseurin Patricia Riggen erzählt das „Wunder von Chile“ durchaus berührend nach, und setzt dabei vor allem auf die Strahlkraft seiner renommierten Darsteller.

Hollywoodstar Antonio Banderas spielt die Rolle des charismatischen Anführers Mario Sepúlveda, Juliette Binoche ist die resolute Schwester eines der Verschütteten. In der Rettungscrew kämpfen Gabriel Byrne, Josh Brolin und Rodrigo Santoro um das Leben der Kumpel.

Fragen nach der Schuld und politischen Verantwortung für das Unglück klammert dieses Heldenepos, zu dem der 2015 verstorbene „Titanic“-Komponist James Horner die pathetische Filmmusik geschrieben hat, weitgehend aus.

  • 69 Tage Hoffnung, USA/Chile 2015, 127 Min.
  • FSK ab 12
  • Regie: Patricia Riggen
  • Darsteller: Antonio Banderas, Juliette Binoche

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