• Pyramiden, Weihnachtsgänse und Ferien vom Gefängnis

    Das Vorweihnachtsgeschäft bedeutet für viele Unternehmer Stress. Besinnliche Vorfreude? Fehlanzeige. Wer sich wenigstens in den Fachbegriffen zum Fest gründlich auskennen will, für den ist unser Lexikon der wichtigsten Weihnachts-Vokabeln gedacht.

    Weihnachten ist neben Ostern das wichtigste Fest des christlichen Kirchenjahrs, doch spielt weltliches Brauchtum eine immer größere Rolle. Wir erklären bekannte Begriffe rund um das Fest:

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    Weihnachtsgeschichte: Der Evangelist Lukas verfasste die geläufige Kindheitsgeschichte Jesu. Die “frohe Botschaft” von der Geburt des Herrn in einem Stall zu Bethlehem wird am Heiligen Abend in Gottesdiensten und bei Weihnachtsfeiern vorgelesen oder nachgespielt.

    Weihnachtskrippe: Mit ihr soll Christi Geburt in Kirchen oder Wohnzimmern dargestellt werden. Neben Figuren der Heiligen Familie gehören Ochs und Esel, Heilige Drei Könige, Hirten und Schafe dazu.

    Weihnachtspyramde: Bergleute im Erzgebirge schmückten ein im 18. Jahrhundert gebräuchliches Lichtergestell zur Pyramide aus. Die Wärme brennender Kerzen treibt ein Flügelrad an und bringt eine Weihnachtswelt aus Holzfiguren auf mehreren Etagen in Bewegung.

    Weihnachtsoratorium: Ein Oratorium (lateinisch orare = beten, bitten) ist eine Komposition für Orchester und Sänger. Es erzählt eine religiöse Geschichte und soll andächtige Gefühle auslösen. Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach hat Christi Geburt zum Thema.

    Weihnachtslieder: Sie entwickelten sich in der christliche Liturgie ab etwa 1400 aus lateinischen Hymnen. Im 18. Jahrhundert fanden sie den Weg von Kirche und Kloster ins Wohnzimmer. “Stille Nacht”, das beliebteste Weihnachtslied, erklang erstmals am Heiligen Abend 1818.

    Weihnachtsmann: Als Nachfahre des Heiligen Nikolaus bringt der bärtige alte Mann im roten Mantel an Heiligabend oder in der folgenden Nacht Gaben für die Kinder.

    Weihnachtsbaum: Geschmückte Nadelbäume waren schon im 17. Jahrhundert im Elsass und Baden bekannt. Der Siegeszug des von der katholischen Kirche als “heidnisch” kritisierten Brauchs war nicht aufzuhalten. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte der Christbaum mit Wachskerzen bei allen, die es sich leisten konnten, in die weihnachtliche Stube.

    Weihnachtsgans: Das oft aus Polen und Ungarn importierte Federvieh ist der Deutschen liebstes Weihnachtsessen – traditionell mit Rotkohl und Klößen.

    Weihanchtsmarkt: Von Ende November bis zum Fest locken sie mit bunten Buden in die festlich leuchtenden Innenstädte. Neben dem Striezelmarkt in Dresden und dem Christkindlesmarkt in Nürnberg gibt es bundesweit über 3000 Möglichkeiten, sich zwischen Glühwein und Lebkuchen zu Geschenkideen inspirieren zu lassen.

    Weihnachtsmärchen: In der Adventszeit ist in vielen Theatern Kindersaison. Vielerorts stehen Klassiker wie Grimms Märchen oder Pipi Langstrumpf auf dem Spielplan. Schulklassen kommen zuhauf und viele Kinder erleben den einzigen Theaterbesuch des Jahres.

    Weihnachtsamnestie: In den meisten Bundesländern schenken die Justizbehörden Strafgefangenen vor Weihnachten ein paar Tage Freiheit, damit sie das Fest im Kreis der Familie feiern können. Amnestiert werden in der Regel Häftlinge, deren Strafe im Januar verbüßt wäre.

    Weihnachtsferien: Deutsche Schüler können sich über rund zwei Wochen ohne Unterricht zum Jahresende freuen. Je nach Bundesland beginnen die Ferien vom 19. bis 24. Dezember und enden zwischen dem 2. und 12. Januar.

    Weihnachtsbriefmarke: In vielen Ländern bringt die Post zum Fest Sondermarken heraus. In der Slowakei gab es 2011 sogar eine Marke mit einem Lebkuchen als Motiv, die beim Aufkleben nach Zimt duftete.

    Weihnachtsstern: In Mittelamerika ist Euphorbia pulcherrima ein bis zu vier Meter hoher Strauch. Hierzulande bringt er als Zimmerpflanze mit Blättern in cremeweiß bis dunkelrot Farbe in den Dezember.

    Weihnachtsinseln: Weihnachten 1643 entdeckte der holländische Seefahrer William Mynors ein Fleckchen Erde im Indischen Ozean. Bei der Taufe der nun von Australien verwalteten Insel ließ er sich vom Kalender inspirieren. Das tat auch der Brite James Cook, der am 24. Dezember 1777 ein Pazifikatoll benannte. Es gehört heute zu Kiribati, aus “Christmas” wurde in der Landessprache allerdings “Kiritimati”.

    • Quelle: dpa
    • Copyright: impulse
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