Leben Saint-Émilion: 5 Tipps für einen Urlaub mit Austern, Wein und Meer

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Die Altstadt von Saint-Émilion und die umliegenden Weinanbaugebiete locken jährlich viele Touristen an.

Die Altstadt von Saint-Émilion und die umliegenden Weinanbaugebiete locken jährlich viele Touristen an. © Flickr.com/ traveljunction/ Lizenz: CC BY-SA 2.0

Saint-Émilion ist knapp 40 Kilometer von Bordeaux entfernt. Die Hamburger Buchhändlerin Stephanie Krawehl verbringt dort jedes Jahr drei Wochen und verrät, warum der Ort immer wieder eine Reise wert ist.

Immer wieder Urlaub im selben französischen Dorf, wird das nicht langweilig?

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Auf keinen Fall. Saint-Émilion ist mit 2000 Einwohnern klein, aber wunderbar abwechslungsreich. Das Dorf ist ein bekannter Weinort, umgeben von Weingütern – oder Châteaux, wie die Franzosen sie nennen. Falls mir nach mehr Trubel ist, bin ich in 45 Minuten in Bordeaux. In anderthalb Stunden ist man mit dem Auto an der Atlantikküste. Ich will im Urlaub jeden Tag neu entscheiden können, worauf ich Lust habe. Dafür eignet sich Saint-Émilion.

Verkosten Sie vor Ort auch Weine?

Mein Mann und ich kennen durch unsere vielen Urlaube hier schon ziemlich viele Weingüter in der Gegend. Aber rund um Bordeaux gibt es ja genügend Auswahl, deshalb besuchen wir jedes Jahr ein bis zwei neue. Wir rufen vorher an, um eine private Führung zu bekommen. Für mich muss es kein hochpreisiger Edeltropfen sein – bei den Winzern gibt es auch super Tafelweine für drei Euro. Meist nehmen wir ein, zwei Kisten mit nach Hause.

Was bringen Sie sonst noch mit heim?

In Bordeaux gibt es tolle kleine Geschäfte, in denen ich Kindermode für Familie und Freunde kaufe. Außerdem bringen wir immer ein paar Flaschen Floc mit, einen Aperitif auf Weinbasis, den es in Deutschland nicht zu kaufen gibt.

Sprechen Sie Französisch?

Ja, das ist aber kein Muss. Mit Englisch kommt man überall weiter. Die Franzosen haben ja mit dem Image zu kämpfen, dass sie keine Fremdsprachen sprechen können oder wollen. Zumindest für die Region Bordeaux trifft das nicht zu. Ich habe nur gute Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht, sie sind offen und sympathisch.

Die Atlantik-Küste von Lacanau ist eine gute Stunde westlich von Saint-Émilion.

Der Ort Lacanau ist eine gute Auto-Stunde von Saint-Émilion entfernt. An der Atlantikküste können Touristen wunderbar schwimmen und surfen.© Flickr.com/ Dulup/ Lizenz: CC BY-SA 2.0

Was reizt Sie an Saint-Émilion am meisten?

Die Natur und die Ruhe. Der Ort und die umliegende Landschaft haben eine ungeheuer entschleunigende Wirkung auf mich. Ich gehe gern in den Weinbergen wandern, vor allem morgens, wenn der Dunst noch über den Feldern hängt. Wir wohnen immer in einer Ferienwohnung im Ort, um flexibel zu sein. Wir gehen abends gerne mal essen, aber am liebsten kochen wir unsere Errungenschaften vom Wochenmarkt. Zum Beispiel Austern, frisch aus dem Atlantik. Wir stellen sie einfach geschlossen in ein Salzbett und schieben sie in den Ofen, bis sie von alleine aufgehen. Dann essen wir sie mit gesalzener Butter. Dazu Wein vom Winzer: köstlich!

Gönnen Sie sich als Buchhändlerin im Urlaub auch eine Auszeit vom Lesen?

Wo denken Sie hin? Ich habe immer um die 20 Bücher dabei. Die Hälfte davon lese ich meist nur an, um zu entscheiden, ob ich sie für den Laden bestelle. Die anderen lese ich privat. Da auch mein Mann viele Bücher mitnimmt, besteht unser halber Kofferraum aus Literatur. E-Mails und Computer schalte ich dagegen ab, um wirklich zu entspannen. Urlaub in Saint-Émilion heißt für mich auch digitale Entgiftung. Nach Gewittern bleibt einem oft auch gar nichts anderes übrig: Da es im Dorf noch Überlandleitungen gibt, fällt gerne mal der Strom aus.

Wann ist die beste Reisezeit?

Von April bis Juni und zur Weinlese im September und Oktober. Im Sommer erkennt man Saint-Émilion wegen der vielen Touristen nicht wieder.

 

stephanie-krawehlStephanie Krawehl:
Mit 37 Jahren wagte sie den Neuanfang und begann ein Studium der Literaturwissenschaften. Zuvor war sie als Vertriebsleiterin bei einer Handelsagentur angestellt. 2011 eröffnete sie ihre Buchhandlung Lesesaal in Hamburg. Da sie keine Angestellten hat, steht die heute 51-Jährige fast immer selbst im Laden.

 

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