Leben Seniorenklo und Bequembett: Das sind die Jacht-Trends auf der „boot 2015“

Schiff auf der Straße: Vor Beginn der Messe "boot" müssen riesige Jachten in die Ausstellungshallen gebracht werden.

Schiff auf der Straße: Vor Beginn der Messe "boot" müssen riesige Jachten in die Ausstellungshallen gebracht werden.© Messe Duesseldorf / ctillmann

Viele Jachtbesitzer nutzen ihr Schiff längst nicht nur für tagelange Törns, sondern auch als zweites Zuhause. Eine gemütliche Einrichtung wird deshalb immer wichtiger. Welche Trends es noch beim Feriendomizil auf dem Wasser gibt, zeigt die weltgrößte Wassersportmesse boot ab dieser Woche in Düsseldorf.

Bequembett statt enger Koje: Immer mehr Schiffseigner legen in ihrem schwimmenden Zuhause mehr Wert auf Gemütlichkeit als auf eine sportliche Ausstattung. Von vielen zumeist älteren Schiffsbesitzern werde das „Wochenendhaus auf dem Wasser“ ohnehin nur noch etwa 20 bis 30 Stunden im Jahr tatsächlich bewegt, berichtete der Geschäftsführer des Bundesverbands Wassersportwirtschaft (BVWW), Jürgen Tracht, im Vorfeld der weltgrößten Wassersportmesse boot (17. bis 25.1.) in Düsseldorf.

Im Durchschnitt werden die Motorboote nach einer Auswertung des Verbands etwa 50 bis 60 Stunden pro Jahr gefahren, Segler kommen danach auf etwa 60 bis 70 Stunden. Im Gegensatz dazu verlegten gerade ältere Schiffsbesitzer ihren Lebensmittelpunkt oft für zwei bis drei Monate im Jahr an Bord ihrer Jacht.

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Seniorenfreundlichkeit ist gefragt

Zunehmend gefragt seien daher seniorenfreundliche Sanitäreinrichtungen mit erhöhten Toilettensitzen und zusätzliche Sicherheitseinrichtungen, berichtete der Experte. Auch an die Ausstattung der Schiffsliegeplätze in den Marinas stellten die Bootsbesitzer angesichts eines Durchschnittsalters von 58 Jahren zunehmend höhere Ansprüche. „Reine Bootsparkplätze“ seien künftig kaum noch gefragt, berichtete Tracht.

Einen Aufwärtstrend sehen die Messeveranstalter derzeit bei Booten aus dem mittleren Luxussegment mit Schiffslängen von bis zu 30 Metern. „Der Rückenwind kommt dabei vor allem aus der Internationalen Bootswirtschaft“, berichtete der Düsseldorfer Messe-Chef Matthias Dornscheidt.

Derartige Jachten zu Preisen von bis zu „sechs bis acht Millionen Euro“ bilden traditionell einen Schwerpunkt der Düsseldorfer Messe. Zu haben sind aber auch Kanus ab etwa 1500 Euro sowie Angel- und Tauchausrüstungen. Auch im Tauchsport haben sich viele Hersteller nach Angaben der Messe längst auf ein zunehmend älter werdendes Publikum eingestellt: Größere Ziffern bei den Anzeigen der Tauchcomputer und rücken- sowie gelenkschonende Jacken sind mittlerweile im Angebot.

Insgesamt rund 1700 Aussteller aus 57 Länder präsentieren in diesem Jahr bei der Wassersportmesse boot in Düsseldorf ihre Neuheiten. In den 17 Messehallen sollen rund 1700 Schiffe zu sehen sein, darunter mehr als 100 Boots- und Jachtpremieren. Im vergangenen Jahr hatten fast 250.000 Menschen an insgesamt neun Tagen die Messe besucht.

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