Sommerurlaub Wohin reisen, wenn Sonne und Strand günstig und sicher sein sollen?

Wie wär's mit einem Sommerurlaub auf Samos? Auf den griechischen Inseln sind im Sommer noch ausreichend Plätze frei.

Wie wär's mit einem Sommerurlaub auf Samos? Auf den griechischen Inseln sind im Sommer noch ausreichend Plätze frei.© pkazmierczak / Fotolia.com

Wer Sommerurlaub im Süden machen will, hat es dieses Jahr nicht leicht: In Spanien ist vieles schon ausgebucht und teuer; die Türkei hat Schnäppchen, aber ein Imageproblem. Doch es gibt Alternativen.

Lange hielten sich die Deutschen in diesem Jahr mit der Urlaubsbuchung zurück. Doch nun ist es nicht mehr lange hin bis zu den Sommerferien. Welche Möglichkeiten bieten sich jetzt noch, besonders für Familien? Beim Sonne-und-Strand-Urlaub gibt es eine klare Tendenz: Die Reiseströme verschieben sich von Ost nach West, aus Angst vor Terror. Spanien boomt, die Türkei schwächelt. Mit Blick auf die Ferien ergibt sich folgendes Bild:

Spanien: richtig voll – und nicht günstig

Spanien erwartet eine Rekordsaison. Besonders die Balearen, Kanaren und Andalusiens Küsten seien schon sehr gut gebucht, berichtet René Herzog, Sprecher der Geschäftsführung der DER Touristik. „Es gibt kaum noch verfügbare Hotels in erster Strandlage.“ Das Wunschzimmer mit Meerblick sei kurzfristig kaum noch zu bekommen. Die Veranstalter haben sich zwar um mehr Zimmerkontingente bemüht. „In der Hochsaison, also in den Ferienzeiten, sind allerdings beliebte Hotels in den Hotspots nahezu ausgebucht“, sagt Stefan Baumert, Produktmanager bei Tui. Benjamin Weiss vom Last-Minute-Spezialisten L’tur will das Wort „ausgebucht“ noch nicht benutzen – doch das Angebot werde zunehmend dünner.

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Mit der enormen Nachfrage gehen die Preise nach oben: Die Kapazitäten für die Balearen, das spanische Festland, aber auch Portugal seien mittlerweile begrenzt – und lägen preislich sehr hoch, sagt Sven Schikarsky, Pauschalreisechef bei FTI. L’tur-Produktleiter Weiss bestätigt: „Einige Hoteliers nutzen die starke Nachfrage, um an der Preisschraube zu drehen.“

Ein Preisbeispiel von Tui zeigt: Ein vergleichbarer Urlaub für zwei Erwachsene und zwei Kinder kann in der Türkei bis zu 40 Prozent günstiger sein als auf Mallorca. Im Vier-Sterne-Hotel „Family Life Mallorca Mar“ werden für zehn Tage rund 3500 Euro fällig. Im „Best Family Sunia Elita Beach“ in Antalya, ebenfalls vier Sterne, sind es etwa 2100 Euro – jeweils mit Abflug in Nordrhein-Westfalen.

Fazit: Besonders für Familien, die auf die Ferien angewiesen sind, könnte Spanien in diesem Jahr zu teuer sein. Wer noch ein gutes Angebot finden will, muss sehr flexibel sein.

Türkei: Top-Qualität zu Spottpreisen

Anschläge in Istanbul und Ankara, der autoritäre Staatschef Erdogan: Die Buchungszahlen für die Türkei liegen deutlich im Minus. Dabei ist das Land für seine sehr gute Hotellerie bekannt. „Wir sehen extrem hochklassige Hotels zum Schnäppchenpreis“, sagt L’tur-Experte Weiss. „Wir haben viele gute Angebote in den Systemen.“ Die Preise für die Türkei, aber auch für die Krisenländer Ägypten und Tunesien, seien diese Saison „günstig wie nie“, heißt es bei Tui.

FTI-Mann Schikarsky spricht von einem „unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis für Familien“ in der Türkei. Das hohe Niveau bei den verschiedenen Unterbringungsmöglichkeiten und der Infrastruktur für Kinder in den Hotels – etwa Betreuung und Animation – finde sich derzeit für ein kleines Urlaubsbudget nirgends anders. Die deutschen Veranstalter geben die kräftigen Preisnachlässe der Hoteliers an ihre Kunden weiter, um noch Bewegung in den lahmen Markt zu bringen. Tui rechnet mit einem anziehenden Last-Minute-Geschäft. Das gilt umso mehr, wenn Ziele wie Spanien und Portugal endgültig ausgebucht sind.

Fazit: Wer sich von der allgemeinen Angst vor Anschlägen nicht anstecken lässt, kann in der Türkei in diesem Sommer einen echten Premium-Urlaub zum Low-Budget-Preis machen.

Griechenland: nicht überlaufen und bezahlbar

Zwar ist Hellas traditionell teurer als die Türkei. „Aber es ist in diesem Jahr besonders interessant für Familien“, sagt Benjamin Weiss von L’tur. „Es gibt genug Hotelkapazitäten zu Top-Preisen.“ Auf den griechischen Inseln seien noch ausreichend Plätze frei, bestätigt Tui-Manager Baumert. Auch bei Alltours läuft Griechenland als gefragte Alternative zu Spanien. Beliebt bei den Deutschen sind vor allem Kreta, Rhodos und Korfu.

Fazit: Wem Spanien zu voll und zu teuer ist und wer sich in der Türkei wegen der angespannten Sicherheitslage nicht wohlfühlt, für den ist Griechenland im Sommer eine gute Option.

Bulgarien: gute Alternative für Sparfüchse

Preislich kann kaum ein Sonnenziel mit der Türkei mithalten – außer vielleicht noch Bulgarien, das im Gegensatz zum ebenfalls sehr günstigen Tunesien kein Sicherheitsproblem hat. Bulgarien biete „sehr attraktive Preise“, sagt Tui-Experte Baumert. Bei Neckermann gehört das Land bei Familien zu den Gewinnern des Sommers, wie Produktchefin Caroline Steimle erklärt.

Fazit: Wer einfach richtig günstig in die Sonne will, für den ist Bulgarien dieses Jahr eine sichere Alternative zur Türkei.

Portugal, Italien, Kroatien: gefragt, aber nicht günstig

Die drei Mittelmeer-Länder profitieren bei allen Veranstaltern ebenfalls von der Buchungszurückhaltung in der Türkei und Nordafrika. L’tur-Mann Benjamin Weiss weist aber darauf hin, dass die Länder ebenso wie Spanien keine ausgewiesen günstigen Reiseziele sind.

Fazit: Wer in Spanien kein schönes Zimmer mehr findet, der darf es gerne in Portugal, Italien oder Kroatien versuchen.

Fernreise: Muss nicht teurer sein als das Mittelmeer

Wer Sonne satt sucht, muss nicht in Europa bleiben. Bei L’tur etwa läuft die Fernstrecke dieses Jahr extrem gut, wenngleich die Karibik oder die Emirate wegen der längeren Anreise nicht die typischen Ziele für Familien sind. „Die Preise in Mexiko und in der Dominikanischen Republik gleichen sich aber denen der Kanaren an“, sagt Weiss. Die Hotels dort hätten ein hochwertiges All-inclusive-Programm.

Fazit: Wenn das westliche Mittelmeer preislich noch anzieht, lohnt sich für manchen Urlauber fast schon eine Fernreise.

Deutschlands Küsten: Es wird voll

Wer nicht in den Süden fliegen will, kann natürlich immer noch zwischen Borkum und Usedom Urlaub machen – was äußerst beliebt, aber nicht so sonnensicher ist. Doch auch an den deutschen Küsten wird es dieses Jahr in der Hochsaison richtig voll.

Fazit: Wer in der Heimat Urlaub machen will, sollte schnell buchen.

1 Kommentar
  • Openwater 3. Juni 2016 13:20

    Westküste Rotes Meer Ägypten.
    Von El Gouna im Norden bis Marsa Alam im Süden findet man zur Zeit traumhafte Preise und Super Hotels. Gröstes Plus, die Hotels sind teilweise nur 15% belegt, Kein Streit um die besten Plätze am Strand und am Besten von allem, keine Russen in den Al Inclusive Anlagen. Eigentlich gar keine Russen. Nirgendwo. Somit keine Vodkaleichen am Strand, kein gegröhle der besoffenen ab 11:00 Uhr, kein drängeln am Buffet. Traumhafte Ruhe.
    Sicherheit wird Groß geschrieben. Bin noch auf keinem Flughafen dieser Welt so gründlich überprüft worden, wie in Hurghada. Vom der Einfahrt zum Flughafengelände, bis zum Betreten der Maschine wurden Pass und Ticket/Boardkarte neun mal kontrolliert, Haupt- und Handgepäck zwei mal durchleuchtet. Alle Passagiere zwei mal abgetastet. Von der Regierung in Kairo spürt man als Tourist am Roten Meer genausowenig, wie man damals zu Frankos Zeiten auf den Balearen Inseln Mallorca und Ibiza etwas vom Regime gespürt hat.

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