Taxifahrten im Ausland Vorsicht Abzocke! So kommen Sie sicher ans Ziel

Bei Taxifahrten im Ausland sollten Urlauber auf der Hut sein - nicht selten versuchen Kriminelle, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Touristen auszurauben.

Bei Taxifahrten im Ausland sollten Urlauber auf der Hut sein - nicht selten versuchen Kriminelle, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern, die Touristen auszurauben.© Harald Biebel / Fotolia.com

Immer wieder geraten Reisende bei Taxifahrten im Ausland an falsche Fahrer. Sie werden abgezockt, beraubt oder sexuell belästigt. Mit diesen Verhaltensregeln kommen Sie sicher ans Ziel.

Als die Rezeptionistin über ihr Privathandy den angeblichen Taxifahrer anrief, hätte Kundri Böhmer-Bauer zumindest skeptisch werden können. Warum benutzte die Frau nicht das normale Telefon in der Lobby? Als im Wagen auf der Rückbank noch ein zweiter Mann saß, hätten spätestens alle Alarmglocken läuten müssen. Doch die erfahrene Reisende war an diesem Tag nicht gut beieinander, sie ignorierte die Warnzeichen und stieg nicht sofort wieder aus. Die Fahrt durch die tansanische Metropole Daressalam begann – und endete bei einem Friedhof, auf dem weitere Männer warteten: bewaffnete Räuber.

„Wenn lange nichts passiert, wird man leichtsinnig“

Böhmer-Bauer wurde das Opfer einer Express-Entführung. Die Frau vom Hotel, der angebliche Taxifahrer und die anderen Männer waren Komplizen. „Einer von ihnen sagte zu mir: ‚Wenn du nicht kooperierst, töten wir dich'“, erzählt Böhmer-Bauer. Also gab sie alles Bare und ihr Smartphone heraus. Und sie musste weiteres Geld mit ihrer Bankkarte am Automaten abheben. Ein solcher Raub ist wohl das Horrorszenario eines jeden Urlaubers – aber meist vermeidbar.

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„Ich hätte nie gedacht, dass mir das passiert“, sagt Böhmer-Bauer. Die Ethnologin und interkulturelle Expertin hat jahrelang für einen Reiseveranstalter gearbeitet und bietet heute Sicherheitstrainings für Aufenthalte in Krisenregionen an. Sie kennt die halbe Welt. Und doch ging sie den Räubern in die Falle, weil sie ihr eigentlich bekannte Verhaltensregeln außer Acht ließ. „Wenn lange nichts passiert, wird man leichtsinnig“, sagt Böhmer-Bauer rückblickend.

Gefahr von Überfällen besteht überall

Die Gefahr von Überfällen, bei denen falsche Taxis involviert sind, besteht natürlich nicht nur in Tansania. Das Auswärtige Amt in Berlin weist in seinen Sicherheitshinweisen für viele Länder auf das Risiko von Taxifahrten hin. Für Peru heißt es etwa: „Besonders in Lima, Arequipa und Cusco ist bei der Auswahl der Taxis größte Vorsicht geboten, da bei zahlreichen Verbrechen wie Raub und Vergewaltigung Taxifahrer mit involviert waren.“ Express-Kidnappings gebe es vor allem an touristisch beliebten Orten.

Für das beliebte Urlaubsland Thailand erklärt das Auswärtige Amt: „Die Gefahr von Betrugsversuchen unter Mitwirkung von Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrern ist hoch.“ Denn nicht immer geht es um Raub unter Androhung von Gewalt. Auch die Fahrt zu einem vermeintlichen Cousin, wo Touristen zum Kauf von Billigsouvenirs genötigt werden, oder ein völlig überteuerter Fahrpreis können die Urlaubsfreude vermiesen.

Diese Regeln sollten sie kennen

Das Risiko, an einen betrügerischen oder gefährlichen Taxifahrer zu geraten, lässt sich mit ein paar Sicherheitsregeln deutlich mindern:

  • Nur lizenzierte Taxis nehmen: Die Lizenz befindet sich meist vorne im Wagen mit Passbild am Spiegel oder hinter der Scheibe. Reisende erkennen daran, ob es sich um ein legales Taxi handelt. Die Papiere sehen natürlich in jedem Land anders aus und können ebenfalls falsch sein. Deshalb rät Kundri Böhmer-Bauer, sich vor der Reise oder in der ersten Unterkunft darüber zu informieren, welche Taxiunternehmen lizenziert sind und wie die Lizenzen aussehen.
  • Das Taxi durch eine vertrauenswürdige Unterkunft rufen lassen: Die meisten seriösen Hotels und Hostels arbeiten mit anerkannten Taxiunternehmen oder persönlich bekannten Fahrern zusammen. Das ist viel sicherer, als auf der Straße irgendein Taxi oder Fahrzeug anzuhalten.
  • Nicht ansprechen lassen: Oft kommen Reisende nicht umhin, sich an Bahnhöfen oder öffentlichen Plätzen ein Taxi zu suchen. „Niemals sollte man sich dann von einem Taxifahrer aussuchen lassen“, rät Böhmer-Bauer. „Im besten Fall zahlt man den Ausländerbonus. Im schlechtesten Fall wird man beraubt.“ Es sei besser, sich selbst einen Fahrer zu suchen und einen Festpreis auszuhandeln.
  • Keine Mitfahrer akzeptieren: Wenn schon ein weiterer Mitfahrer im Wagen sitzt oder irgendwann dazu steigt, sollten Reisende das Taxi verlassen. Es könnte sich um einen Komplizen des Fahrers handeln.
  • Am Flughafen ein Prepaid-Taxi reservieren: An Flughäfen ist die Gefahr falscher Taxis besonders hoch, denn der Weg vom Airport in die Stadt ist das Nadelöhr für alle Reisenden. Reiseexpertin Böhmer-Bauer rät, wenn vorhanden, zu Prepaid-Taxis: Der Kunde bucht am Schalter im Flughafen ein Taxi, zahlt dort und bekommt eine Nummer und ein bestimmtes Auto zugewiesen. Alternativ bieten Unterkünfte – oft auch günstige Hostels – eigene Shuttle-Dienste an.

Alternativen kennen und nutzen

Eine Alternative zum Taxi kann in manchen Ländern der Fahrservice „Uber“ sein. Dabei rufen angemeldete Mitglieder per App einen bei dem Unternehmen registrierten Fahrer. Der Kunde sieht in der App Namen und Gesicht, schon wenn das Fahrzeug zu ihm unterwegs ist. Der Preis wird automatisch ermittelt und vom Konto abgebucht, Bargeld wird nicht benötigt.

„Wir können vor allem in Märkten deutlich punkten, in denen die individuelle Personenbeförderung nicht optimal läuft oder unsicher ist“, erklärt Uber-Sprecher Ali Azimi. Angeboten wird der Dienst zum Beispiel in Rio de Janeiro, Kairo, Nairobi, Kapstadt, Johannesburg oder Mumbai. Es sind Städte, in denen das Taxi anders als in Deutschland für viele ein Alltagsfortbewegungsmittel ist.

Kundri Böhmer-Bauer sagt, sie habe damals in Daressalam – neben all den Alarmzeichen – eine wichtige Regel missachtet: immer auf das Bauchgefühl hören. „Man sollte nicht zu vertrauensselig sein“, sagt sie. „Lieber einmal zu oft misstrauisch als einmal zu gutgläubig.“

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1 Kommentar
  • Openwater 15. April 2016 12:57

    Bei Taxis in Thailand (speziell Bangkok) keine Festpreise mit dem Fahrer ausmachen, sondern immer auf die Einschaltung des Taxameters bestehen (Chı̂ Taximeter), dass ist deutlich billiger und man wird nicht mit Mondpreisen über’s Ohr gehauen. Wer dann noch auf seinem Smartphone während der Fahrt eine Navi App (z.B. Here) aufruft und gut sichtbar für den Fahrer mal nachschaut wo es denn lang geht, der wird auch von kreativen Umwegen zum Zielort verschont. Eine Stunde Tuk-tuk kosten 2 € oder 80 Bath. Zahlen sie den Betrag nochmal als Trinkgeld an den Fahrer und man wird von Stops an „Einkaufsmöglichkeiten“ verschont. Verschwendete Urlaubszeit ist teurer. Tuk-Tuk fahren lohnt als groß gewachsener Turist sowieso nicht, da man im Tuk-Tuk relativ hoch sitzt und mit dem Kopf dicht unter dem Regenschutz ist. Durch den meist vorhandenen Voilant ist der Blick zur Seite sehr begenzt, nach oben praktisch unmöglich. Um vernünftig sehen zu können muss man sich entweder hinlegen (Oberkörper auf die eigentliche Sitzfläche), sich stark nach vorne beugen (Bauch auf die Oberschenkel) oder den Kopf aus dem Fahrzeug seitlich raushalten, was aufgrund der Verkehrsdichte lebensgefährlich sein kann. Sollte man aus Spaß für eine kurze Strecke mal gemacht haben, taugt aber ansonsten nicht für längere Strecken. Sawadee.

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