Leben Urlaub für Unternehmer: Abschalten in der Toskana

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Zypressen prägen die Landschaft der Toskana

Zypressen prägen die Landschaft der Toskana© De Agostini Picture Library

impulse hat Unternehmer nach ihren liebsten Reisezielen gefragt. Dieses Mal gibt Modelabel-Gründerin Sina Trinkwalder Urlaubstipps für Massa Marittima, einem Städtchen im Süden der Toskana.


Sina Trinkwalder, Gründerin des Modelabels Manomama, gönnt sich jedes Jahr vier Wochen Auszeit. Den August verbringt sie mit ihrem Mann und Freunden in Massa Marittima in der Toskana. Hier diskutiert sie mit Gastwirten über Carbonara und lebt in den Tag hinein, bei Supermarkt-Espresso und einem der weltbesten Weine.

impulse: Frau Trinkwalder, in einem 8000-Seelen-Ort wie Massa Marittima passiert nicht viel, oder?

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Sina Trinkwalder: Muss es auch gar nicht. Ich mache Urlaub, um zu entschleunigen. Ich bin froh, dass hier mein Handy­empfang versagt und mich die Hitze zwingt, langsam zu laufen. Bei 37 Grad im Schatten bleibt keine Kraft für Stress.

Wie investieren Sie die verbleibende Kraft?

In die einfachen Dinge. Ich schlafe bis mittags und lege mich dann an den Strand. Ich beschränke mich auf das, was da ist. Das kleine Apartment ziehe ich dem Fünfsternehotel vor. Und ich brauche nicht mehr als die regionale Küche: Steak, Fisch und Oliven, dazu ein Glas Avvoltore – es ist doch praktisch, dass einer der besten Rotweine der Welt aus der Gegend kommt. Ein wunderbares Mitbringsel.

Was nehmen Sie noch mit in den Alltag?

Ich verlasse die Toskana nie ohne Olivenöl. Rund um Massa gibt es viele Olivenbauern, die Öl aus verschiedenen Jahrgängen anbieten. Wenn Sie ein Schild mit „Olive frutta“ lesen, biegen Sie ab – auch wenn das Häuschen am Ende des Weges aussieht wie ein Gärtnerschuppen. Es muss auch nicht immer das teuerste Öl sein, genauso, wie ich auch nicht ausschließlich Avvoltore kaufe. Beim Weinbauer hole ich mir zu Beginn des Urlaubs erst einmal zehn Liter Hauswein in Kanistern – der schmeckt immer noch tausendmal besser als der aus deutschen Supermärkten. Das gilt auch für die Qualität des Espressos, selbst im Einkaufszentrum ist die noch top.

Entscheiden Sie sich wegen Steak und Wein immer wieder für Massa?

Das gute Essen ist ein Grund. Aber auch an der Landschaft kann ich mich nicht sattsehen: Hügel mit gelben Stoppelfeldern und Olivenhainen, dazu ein fast schon karibischer Strand mit weißem Sand und türkisblauem Meer. In den Städtchen der Region fühlt man sich zurückkatapultiert in das Italien der 50er-Jahre. Sie reisen nicht nur in ein anderes Land, sondern auch in eine andere Zeit. Touris begegnet man eher selten. Kein Wunder, dass hier die Römer Urlaub machen.

Wie sind Sie auf das Städtchen in der ­Maremma gekommen?

Ich liebe Italien schon, seit ich denken kann. Gäbe es so etwas wie Wiedergeburt, war ich bestimmt mal eine typische italienische Mama, man sagt mir auch das Temperament nach. Mein Mann hingegen ist Frankreich-Fan. Ich habe lange gebraucht, um ihn zu einem Urlaub in der Toskana zu über­reden. Dort waren wir dann auf Erkundungstour und fanden Massa Marittima.

Haben Sie nur gute Erfahrungen gemacht?

Na ja, einmal war ich dem Gastwirt zu vorlaut. Ich habe mich über die Konsistenz seiner Carbonara-Soße beschwert. Damit habe ich ihn offensichtlich sehr gekränkt. Der Wirt hat mich zwar nicht rausgeschmissen, aber er hat mich in Grund und Boden diskutiert – obwohl ich sehr gut italienisch spreche. Wenn Sie die Sprache nicht beherrschen, lassen Sie das das Diskutieren besser gleich sein. Und erinnern Sie die Bedienung immer zweimal an Ihre Bestellung, die italienische Gelassenheit macht nämlich auch im Job keine Pause.

Was gehört bei einem Kurzurlaub in Massa Marittima zum Pflichtprogramm? Auf der nächsten Seite verrät Sina Trinkwalder ihre persönlichen Tipps.

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