Sie arbeiten wieder. Die Revolte, der ganz große Aufstand ist ausgeblieben. Die Carlsberg-Mitarbeiter gehen wieder zurück an ihre Arbeitsplätze, und Dänemark, das kleine Land im Norden, das für so kuriose Errungenschaften wie Mohammed-Karikaturen, rote Hotdogwürstchen und semiautonome Hippieenklaven bekannt ist, kann eine weitere Skurrilität vorweisen.
Denn am Dienstag ging im skandinavischen Königreich der bislang bizarrste Streik des Jahres zu Ende. Woanders mögen Werktätige in den Ausstand treten, weil sie mehr Geld wollen oder Angst um ihre Jobs haben. Den Carlsberg-Mitarbeitern hingegen ging es in ihrem Arbeitskampf um etwas weit Höheres: "Es geht um das Recht auf Bier während der Arbeitszeit", wie es der Betriebsrat zu Beginn des Streikes kurz und bündig formulierte.
Seit Anfang des Monats gilt in dänischen Brauereiunternehmen neues Recht - und dabei handelt es sich um einen echten Paradigmenwechsel. Bislang durften die Mitarbeiter sich je nach Gusto am hauseigenen Produkt bedienen. Die einzige Regel, die es gab: "Dass man bei der Arbeit nicht betrunken sein durfte". So fasst es jedenfalls Carlsberg-Sprecher Jens Bekke zusammen. "Es war jedem einzelnem überlassen, sich verantwortungsvoll zu verhalten", sagt er.
Mit diesem betriebsinternen Subsidiaritätsprinzip ist nun Schluss. Die Firmenkühlschränke sind abgebaut, die tägliche Bierration ist auf eine Flasche reduziert worden - und die darf noch dazu ausschließlich während der 30-minütigen Mittagspause konsumiert werden.
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