Drama - "Anna Karenina" in Düsseldorf
Seit geraumer Zeit wildert das Theater auf der Suche nach publikumswirksamen Sujets in fremden Jagdgründen. Nun setzt man in Düsseldorf auf Lew Tolstois berühmtesten Roman "Anna Karenina". Zeitlos aktuell scheint das Liebes- und Ehebruchsdrama der unglücklich verheirateten Titelheldin und ihrer im Suizid endenden Liebe zum Grafen Alexej Wronskij. In Düsseldorf versucht das Regieduo den gewaltigen Stoff in einer freien Nacherzählung zu bändigen. Die epochalen Dimensionen der scheiternden Zweierbeziehungen und der vergeblichen Sinnsuche der Protagonisten vor dem grandiosen Panorama der russischen Adelsgesellschaft des 19. Jahrhunderts wollen sich jedoch nicht entfalten. Denn die großen Fragestellungen jener Zeit zwischen Religion und Politik, die bei Tolstoi viel Raum einnehmen, werden nur gestreift: Die meisten Figuren entwickeln auf der Bühne kaum Fallhöhe. Fazit: Kein Konzentrat, sondern allenfalls eine "Anna Karenina"- Lightversion.
Von Constanze Schmidt, dpa
Anna Karenina |
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Ort: Schauspielhaus Düsseldorf |
Regie: Petra Luisa Meyer, Hans Nadolny |
Darsteller: Anke Hartwig |
Bewertung: 2 von 5 Punkten |
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