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02.11.2011

Einflussreicher Kritiker: Streit um Bewertung von Wein

Von: Sarah Sommer
Winzer schneidet Trauben
Zoom Winzer schneidet Trauben
© Getty Images
Was dem Koch die Sterne, sind dem Winzer die Parker-Punkte. Doch der Erfinder des Bewertungssystems ist unter Weinkennern mittlerweile umstritten.

Jedes Frühjahr reist ein Anwalt aus Maryland nach Bordeaux, in eines der bekanntesten Weinanbaugebiete der Welt. Dort wird der Amerikaner bereits erwartet. Die französischen Winzer öffnen ihre Keller und kredenzen stolz ihre Primeurs, die jungen Weine des aktuellen Jahrgangs. Ob eben dieser Jahrgang ein Erfolg wird, hängt maßgeblich vom Urteil des Amerikaners ab: Robert Parker, 64 Jahre alt, gelernter Anwalt, die Nase mit einer Million Dollar versichert, ist seit rund dreißig Jahren einer der einflussreichsten Weinkritiker der Welt. Sein zweimal im Monat erscheinender Newsletter "The Wine Advocate" und die Bücher "Bordeaux" und "Parkers Wein-Guide" sind Pflichtlektüre für jeden Weinhändler und Kommissionär.

Wenn Parker nach zwei Wochen wieder aus dem Bordeaux abreist, hat er dort jedes wichtige Weingut besucht und bis zu 90 Kostproben am Tag genommen. Daheim in Maryland bewertet er die edlen Tropfen nach einem selbst entwickelten System auf einer Skala von 50 bis 100 Punkten. Weniger als 70 Punkte sind ein Schlag ins Gesicht des Winzers - ein Wein, der so wenige Punkte bekommt, ist glatt durchgefallen. Mehr als 80 Punkte bekommt ein überdurchschnittlicher Wein, ab 90 Punkten gilt er als hervorragend. Absolute Spitzenweine bekommen 96 bis 100 Punkte.

Wenn Parker nach zwei Wochen wieder aus dem Bordeaux abreist, hat er dort jedes wichtige Weingut besucht und bis zu 90 Kostproben am Tag genommen. Daheim in Maryland bewertet er die edlen Tropfen nach einem selbst entwickelten System auf einer Skala von 50 bis 100 Punkten. Weniger als 70 Punkte sind ein Schlag ins Gesicht des Winzers - ein Wein, der so wenige Punkte bekommt, ist glatt durchgefallen. Mehr als 80 Punkte bekommt ein überdurchschnittlicher Wein, ab 90 Punkten gilt er als hervorragend. Absolute Spitzenweine bekommen 96 bis 100 Punkte.

Das Urteil des Kritikers entscheidet über den Preis der Weine. Vergibt er die Höchstwertung von 100 Punkten, kann sich der Winzer entspannt zurücklehnen: Sobald die Bewertung veröffentlicht ist, werden Nachfrage und Preis rasant steigen. Schon vor der Abfüllung wird der Wein ausverkauft sein. Parkers Einfluss reicht, wie der Weinpapst einmal ganz unbescheiden tönte, "von Stockholm bis Singapur".

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Quelle: ftd.de
© 2011 impulse.de

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