Applikationen für iPhone und iPad und andere Geräte liegen voll im Trend. Ob Autobauer, Buchhändler oder Reiseveranstalter - fast alle Branchen nutzen den schnellen Draht zum Kunden. Die Assekuranz springt allerdings mit gehöriger Verspätung auf diesen Zug auf. Mehr als 300.000 Apps stehen derzeit insgesamt zur Verfügung, nur wenige stammen von Versicherern. Spötter sehen dahinter einen einfachen Grund: In vielen Fällen seien die Apps nicht viel mehr als ein Spielzeug, ein wirklicher Nutzen sei für die Kunden der Assekuranz nicht zu erkennen.
Von der Allianz bis zur Zurich versuchen die Gesellschaften, den Gegenbeweis anzutreten. Besonders populär sind Apps bei Kfz-Versicherern. Unternehmen wie Axa, HUK-Coburg oder VHV bieten ihren Kunden über die mobilen Geräte Unterstützung nach einem Unfall an. Der Kunde kann Hilfe herbeirufen, die Schadenmeldung abgeben und anhand von Checklisten Beweise sichern.
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Auch die Nürnberger Versicherungsgruppe hat so ein Programm. In Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst haben die Entwickler Tipps zur Versorgung von Verletzten und zur Sicherung des Unfallorts zusammen¬gestellt. "Über GPS kann der Kunde geortet werden, damit ihn zum Beispiel der Pannendienst findet", sagte Silke Weber, Sprecherin der Nürnberger. Die App ist auch zur Vertriebsunterstützung gedacht. "Besitzt der Vermittler ein Smartphone, kann er dem Kunden vor dem Abschluss zeigen, wie dieser zusätzliche Service funktioniert", sagte Weber.
Ohnehin ist der neue Service nicht nur für Kunden, sondern auch und gerade für den Vertrieb gedacht. Denn bei Apps ist die Imagepflege kein Nebeneffekt. "Die Vermittler sollen merken, dass die Nürnberger auf dem neuesten Stand der Technik und ein modernes Unternehmen ist", sagte Weber. Die Unfall-App ist ein Test. Ist der Pilot erfolgreich, will der Versicherer weitere Angebote entwickeln lassen. Die Nutzung ist kostenlos.
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