Schauspiel - "Bab und Sane" in Stuttgart
Der Schweizer Autor und Theaterdirektor René Zahnd hat sein Stück für zwei afrikanische Schauspieler geschrieben - und sich gleich auch ihre Namen für den Titel geliehen. Bab und Sane sind Leibwächter eines Diktators. Als sie erfahren, dass er gestürzt worden ist, warten sie in seiner Schweizer Villa auf ihren Vorgesetzten.
In knappen Dialogen reflektieren sie die Situation und schlüpfen zwischendurch abwechselnd in die Rolle ihres Chefs. Beide sind moderne Clowns in der Nachfolge von Becketts Wladimir und Estragon - es geht ums Überleben der Abhängigen in Zeiten des Machtwechsels. Der Autor wurde zwar durch eine Zeitungsnotiz aus dem Umfeld von Zaires Diktator Mobutu zu seiner Story angeregt.
Aber - das zeigt diese Geschichte sehr deutlich: So sehr unterscheiden sich die europäischen Verhältnisse nicht von den afrikanischen. Korruption ist auch bei uns nicht unbekannt. Für die deutsche Erstaufführung entschied man sich, die beiden Rollen mit ungeschminkten Weißen zu besetzen. Das geht ohne Abstriche auf. Es sollte verwundern, wenn dieses gescheite Drama, das keines großen Aufwands bedarf, nicht noch mehrfach nachgespielt würde.
Von Thomas Rothschild
Bab und Sane |
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Ort: Schauspiel Stuttgart |
Regie: Markus Klemenz |
Darsteller: Michael Stiller, Sebastian Röhrle |
Bewertung: 4 von 5 Punkten |
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