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09.12.2010

Neue Versionen: Heftiges Gerangel im Browsermarkt

Von: Annika Graf
Die impulse-Website im aktuellen Chrome-Browser von Google
Zoom Die impulse-Website im aktuellen Chrome-Browser von Google
© Screenshot
Google hat die Nutzerzahlen von Chrome binnen eines Jahres vervierfacht. Doch die Nutzer werden angesichts der Datensammelwut des Konzerns skeptischer - und die Konkurrenz von Microsoft und Mozilla legt nach.

Google erobert sich mehr und mehr Anhänger auf dem hart umkämpften Browsermarkt. Gut 120 Millionen Nutzer verwenden Googles Browser Chrome inzwischen, wie der Suchkonzern mitteilte. Das sind viermal so viele wie noch zu Anfang des Jahres. Doch das Blatt könnte sich schon im kommenden Jahr wenden. "Die neuen Versionen von Internet Explorer und Firefox könnten dieses Wachstum dämpfen", sagt Gartner-Analyst Ray Valdes. Microsoft und Mozilla wollen Anfang 2011 neue Versionen ihrer Browser herausbringen.

Bislang beherrscht Microsoft nach den Daten des US-Marktforschers Net Applications noch fast zwei Drittel des Browsermarkts. Der Marktanteil des Internet Explorers ging in den vergangenen Jahren stetig zurück. Platz zwei belegt Mozillas Firefox mit 22,7 Prozent. Google baute seinen Anteil in diesem Jahr hingegen von 5,22 auf 9,26 Prozent im November aus. Für Google ist die Verbreitung umso wichtiger, als der Browser demnächst die Basis für das Betriebssystem Chrome darstellen soll.

Vom harten Wettbewerb profitieren letztlich die Nutzer, die schneller neuere Versionen erhalten. Große technische Unterschiede gebe es nicht mehr, sagt IDC-Analyst Rüdiger Spies. "Browser sind ein Commodity-Produkt." Microsoft kämpft mit seiner neuen Version noch gegen das Image, langsamer zu sein als die Konkurrenz. Für Google hingegen sieht Spies ein anderes Problem: "Bei Google ist der Datenhunger so groß, dass die Meinung über das Datensammeln bald kippen könnte."

In diese Kerbe schlägt nun auch Microsoft. Am Dienstag stellte der Konzern ein neues Tool für die Betaversion des Internet Explorer 9 vor, mit dem Nutzer Drittinhalte auf Webseiten - zum Beispiel Icons von sozialen Netzwerken - ausschalten können. Die US-Wettbewerbsbehörde hatte kürzlich solche Tools gefordert, die Nutzern mehr Selbstbestimmung über ihre Daten sichern. Die Werbewirtschaft geht dagegen auf die Barrikaden. Sie befürchtet Einbußen, wenn viele Webseiten geblockt werden.

© 2010 ftd.de

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