Der Internetkonzern AOL hat die Website Bebo vor zwei Jahren für 850 Millionen Dollar übernommen. Bebo hat inzwischen aber Millionen Mitglieder an Konkurrenten wie Myspace oder Facebook verloren. "Bebo ist bedauerlicherweise ein schrumpfendes Geschäft gewesen", schrieb der für Beteiligungen zuständige AOL-Manager Jon Brod den Mitarbeitern. AOL könne derzeit die erforderlichen Summen nicht aufbringen, um die Website wieder in die Spur zu bringen.
Aus dem so genannten Web 2.0 entwickelten sich Mitte der 2000-er Jahre soziale Netzwerke wie Facebook und Myspace. Ein tragfähiges Geschäftsmodell haben bisher die wenigsten Unternehmen trotz ihrer oft großen Nutzerbasis entwickelt. Die meisten experimentieren mit verschiedenen Formen von Werbung.
Facebook ist mit rund 400 Millionen Mitgliedern das weltweit größte Netzwerk. Das ehemalige Universitätsnetz aus den USA entwickelt sich seit 2004 zu einer der bedeutendsten Kontaktbörsen im Internet. Die Benutzer legen eine eigene Profilseite an, auf der sie sich vorstellen und Fotos oder Videos hochladen können. Den Erfolg machen viele Funktionen anderer Netzwerke wie private und geschäftliche Kontakte, chatten, Mail und die Darstellung von Künstlern integriert.
Den größten Erfolg verzeichnete Mitgründer Mark Zuckerberg im Oktober 2007, als Microsoft für 240 Millionen Dollar einen Anteil von 1,6 Prozent erwarb. Das Unternehmen wurde demnach mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Für 2010 schlossen Investoren einen Börsengang aus.
Probleme hat Facebook wiederholt mit Datenschützern, so werfen die Verbraucherzentralen dem Netzwerk vor, wiederholt und wissentlich datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten. Umstritten ist vor allem die Absicht, Nutzerdaten an Dritte weiterzugeben.
Myspace
Der Schwerpunkt des seit 2004 bestehenden Netzwerks aus den USA liegt in der kreativen Nutzung und im privaten Gebrauch. Nutzer können kostenlose Profile mit Fotos, Videos, Blogs, oder Gruppen anlegen. Beliebt ist Myspace bei Künstlern, ein Schwerpunkt bei der Gründung des Netzes war Musik - Bands sollten direkt mit ihren Fans in Verbindung treten können. Myspace verzeichnet eigenen Angaben zufolge mehr als 100 Millionen aktive Nutzer monatlich.
Im Juli 2005 kaufte Robert Murdochs Medienkonzern News Corporation Myspace für 580 Millionen Dollar. Seitdem wird die Kommerzialisierung vorangetrieben
Auch Myspace wird wegen der laxen Handhabung der Nutzerdaten oft kritisiert. Darüber hinaus gab es Vorwürfe, dass das Portal für Kontaktanbahnungen zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen genutzt wird.
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