Die IT-Messe CES in Las Vegas schwelgt in einem Trend, den Apple angestoßen hat: Im Schlepptau des iPad erobern superflache Tablet-PC aus aller Welt den Markt: Nach Schätzungen des Messe-Veranstalters wird es weit über 80 Modelle der neuen Geräteklasse zu sehen geben. Asus aus Taiwan machte den Anfang und stellte neue Geräte vor, die das iPad von Apple herausfordern.
Die IT-Welt erlebt - mal wieder - eine Revolution. Standen die vergangenen drei Jahre im Zeichen der Netbooks, also kleiner günstiger Laptops, machen jetzt die Flach-Computer ohne Deckel, Maus und Tastatur Furore.
Wie so oft, steht Apple an der Spitze der Bewegung. Als Konzernchef Steve Jobs im vergangenen Jahr auf einer Pressekonferenz seinen neuen Tablet-PC vorstellte, geriet die Präsentation zu einer Art Ersatzgottesdienst für Technikjünger. Weltweit wurde es live getickert, getwittert und gefilmt, wie Jobs sanft über das Gerät strich und zeigte, wie der Computer der Zukunft bedient wird: mit einem Finger.
Heute gilt das iPad als Erfolg. Nicht nur wegen der passablen - aber nicht außergewöhnlich guten - Verkaufszahlen. Mehr als 7,5 Millionen Geräte wurden bisher verkauft. Sondern auch, weil Apple mit einer neuen Geräteklasse reüssiert, an der sich zuvor so mancher IT-Konzern die Zähne ausbiss.
Viele werden sich sicher noch an die CES im Januar 2010 erinnern, als Microsoft-Chef Steve Ballmer in einer außerordentlich peinlichen Veranstaltung einen unausgereiften Tablet-PC vorstellte, der niemals in die Serienproduktion ging. "Slate" hieß das Ding - und "Schiefertafel" spotteten deutsche Medien.
Doch nun ist ein Jahr vergangen, und eine ganze Schar von Apple-Rivalen drängt ins Rampenlicht. Diesmal wird Microsoft wohl nicht für ein peinliches Medienspektakel gut sein - sondern eine Version seines neuen Betriebssystems Windows 7 für Tablet-PC vorstellen. Und diesmal dürfte es eine ganze Reihe neuer flacher Computer mit Touchscreen geben, die mit Googles Betriebssystem Android laufen. Samsungs "Galaxy Tab" gilt schon jetzt als Alternative zum iPad. Der Abstand zwischen Apple und der Konkurrenz wird kleiner.
Gleichzeitig dürften die Preisunterschiede zwischen dem iPad und den Geräten der Konkurrenz größer werden. Apples Strategie war bisher, stets teure Geräte zu verkaufen.
Das zahlte sich aus, denn Apple galt als cool und einzigartig. Die Käufer waren bereit, weitaus höhere Preise zu zahlen als für die Produkte anderer Computerhersteller.
Doch das könnte sich drehen. So gibt es inzwischen etliche Smartphones, die es mit dem iPhone aufnehmen - vor allem solche, die auf Android laufen. Und der Tablet-Boom dürfte ebenfalls so manches schicke Gerät hervorbringen. Samsung ist es mit dem "Galaxy Tab" schon zum Teil gelungen.
Gut möglich also, dass Apple seine Rivalen künftig sehr viel ernster nehmen muss als bisher. Denn die holen derzeit gewaltig auf.
© 2011 ftd.de
Ihre Meinung
Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück
















