Nokia hat technische Schwierigkeiten mit dem Flaggschiffmodell N8 eingeräumt. Einige der verkauften Geräte hätten eine defekte Stromversorgung und schalteten sich selbst ab, teilte der weltgrößte Hersteller von Mobiltelefonen am Freitag mit. Eine begrenzte Zahl von Nutzern habe das Problem gehabt. Sie könnten ihr Handy danach nicht mehr einschalten. Der Produktionsfehler sei behoben. Nur wenige N8-Modelle sei betroffen. Details nannte Nokia nicht.
Das N8 ist das erste Modell des Branchenprimus mit der neuen Version des viel kritisierten Betriebssystems Symbian. Es ist für die auf dem boomenden Smartphone-Markt ins Hintertreffen geratenen Finnen der größte Hoffnungsträger im Konkurrenzkampf mit dem iPhone von Apple. Der Absatz des Gerätes im Weihnachtsgeschäft hat Analysten zufolge großen Einfluss auf Nokias Gewinnmarge.
Der N8-Verkaufsstart war mehrmals verschoben worden - zuletzt am ersten Arbeitstag des neuen Nokia-Chefs Stephen Elop. Nokias Begründung: Qualitätsmängel verzögerten die Überarbeitung der Software. Zuvor hatte der Konzern Schwierigkeiten mit Symbian abgestritten. Schließlich kam das Handy im Oktober statt wie angepeilt im Juni in die Geschäfte.
Experten zufolge dürfte sich die gemeldete Zahl fehlerhafter N8-Modelle ausweiten. "Wahrscheinlich haben nicht alle Käufer Nokia informiert", sagte Nordea-Analyst Sami Sarkamies.
Nokias neuestes Oberklassetelefon muss sich gegen eine wachsende Zahl von Konkurrenzprodukten behaupten. Firmen wie Motorola, Sony Ericsson und HTC tummeln sich auf dem Smartphonemarkt. Das N8 von Nokia kann im Vergleich zur Konkurrenz nur mit einer Zwölf-Megapixel-Kamera glänzen. Allerdings arbeitet in dem Gerät ein langsamerer Prozessor als etwa bei Samsungs derzeitigem Top-Produkt Galaxy S. Auch der berührungsempfindliche Bildschirm reagiert längst nicht so flüssig wie bei Wettbewerbern.
Einen Frontalangriff von Nokia auf das teurere iPhone erwarten Branchenbeobachter frühestens für 2011. Dann ist eine weitere Modernisierung der hauseigenen Symbian-Software geplant. Zudem deutete Nokias Designchef Marko Ahtisaari kürzlich an, auf dem nordamerikanischen Markt künftig mit Geräten punkten zu wollen, die von dem neuen, gemeinsam mit Intel entwickelten Betriebssystem Meego gesteuert werden.
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