Schon seit Mai 2006 bietet der mehrheitlich zum Metro-Konzern gehörende Fachhändler einen Downloadshop für Musik an, nun wird das Onlineangebot um Spielfilme und TV-Serien erweitert. In beiden Segmenten - Musik und Film - beherrscht Apples iTunes-Store bislang den Markt.
Für Media Markt bedeutet die Ankündigung einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum eigenen Onlineshop. Bislang ist es Deutschlands größtem stationären Elektrohändler nicht gelungen, Produkte über einen zentralen Webshop zu verkaufen. Weil die Geschäftsführer der einzelnen Filialen mit je zehn Prozent an den Häusern beteiligt sind, fürchten sie durch einen Onlineshop Umsatzeinbußen. Nach langer Verzögerung startete Media Markt vergangenen April testweise Onlineshops in den Niederlanden und Österreich. Am Donnerstag wollte sich das Unternehmen nicht äußern, ob und wann ein solcher Shop in Deutschland angeboten wird.
Gleichzeitig wird Media Markt so zur Konkurrenz für die großen Medienhäuser, die im Netz Videoangebote aufbauen. Neben Apples iTunes-Store bieten etwa die Telekom mit Videoload, Pro Sieben Sat 1 mit Maxdome und RTL mit RTLnow Videoplattformen an, auf denen auch Bezahlinhalte abgerufen werden können. Dem Marktforscher Screen Digest zufolge steigen die Umsätze mit Filmdownloads in Deutschland rasant - wenn auch von einem niedrigen Niveau.
Erlösten die Anbieter 2008 erst 5,7 Mio. Euro, sollen es 2010 schon 26,7 Mio. Euro werden. Die Gesellschaft für Konsumforschung sieht einen größeren Markt: Allein im ersten Halbjahr 2010 hätten die Deutschen 21 Mio. Euro für Filme und TV-Sendungen ausgegeben.
Die wachsende Zahl von Plattformen führt allerdings zu einem Format-Wirrwarr. Anfang des Monats haben Pro Sieben Sat 1 und RTL den Aufbau einer Art Zentralmediathek angekündigt, auf der TV-Formate verschiedener Sender gebündelt werden und kostenlos zur Verfügung stehen sollen.
Branchenkenner sehen allerdings Anbieter im Vorteil, die Videodownloads mit passenden Abspielgeräten kombinieren - etwa Apples mit dem iTunes-Store und iPod oder iPad. "Das Media-Markt-Angebot versucht darauf zu reagieren, indem es einige Titel im DivX-Format anbietet, das ein Abspielen auf unterschiedlichen Endgeräten ermöglicht", sagte Analystin Marie Bloomfield von Screen Digest.
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Web-Videothek Auf der Media-Markt-Plattform stehen gegen Bezahlung Filme und Serien zur Verfügung. Nutzer können sie herunterladen oder als Stream abrufen - und unter anderem mit einer Prepaidkarte bezahlen. |
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