Laut ABDA werden mehr als 50 Prozent aller abgegebenen Arzneimittel nicht der ärztlichen Empfehlung entsprechend eingenommen.1 Dies kommt das Gesundheitssystem teuer zu stehen: Die Folgekosten dieser mangelnden Therapietreue werden auf 15 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt – das entspricht 10 Prozent der jährlichen Gesamtausgaben des deutschen Gesundheitswesens.
Es ist dringend erforderlich Lösungen zu suchen, die dabei helfen, Therapien effizienter zu machen. Ein möglicher Baustein: Die patientenindividuelle, industrielle Verblisterung.
Betrachtet man die Compliance-Raten, schlagen vor allem die weit verbreiteten chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ zu Buche: Die Ergebnisse zahlreicher Versorgungsstudien zeigen, dass nur 50 Prozent der Patienten ihre Medikamente konsequent einnehmen. Die mangelnde Therapietreue zieht gravierende Folgen nach sich: Wer vom ärztlich festgelegten Therapieschema abweicht, verringert den Erfolg der Behandlung oder riskiert noch Schlimmeres. Krankenhaus- und Pflegeheimeinweisungen und im schlimmsten Fall sogar Todesfälle können die Folgen der Non-Compliance sein. Etwa 5,5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen sind auf mangelnde Therapietreue zurückzuführen
Wie entsteht Non-Compliance?
Die Einstellung des Patienten und seine Krankheitswahrnehmung sind zunächst entscheidend. Man unterscheidet zwischen den Formen der absichtlichen Therapieverweigerung, bewusster, eigenmächtiger Abweichung vom Therapieschema und unabsichtlichen Variationen in der Therapie, die durch Missverständnisse, Vergessen oder Verwechseln ausgelöst werden.
Je komplexer ein Therapieplan aufgebaut ist und je mehr Medikamente der Patient zu unterschiedlichen Zeiten einnehmen muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er non-compliant wird.4 Gerade bei älteren, chronisch kranken Patienten tritt das Phänomen der Polypharmazie häufig auf. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen nehmen mehr als 50 Prozent mindestens zwei verschreibungspflichtige Medikamente ein. Bei den über 75- Jährigen trifft dies bereits auf 60 Prozent zu. 16 Prozent der über 75-Jährigen müssen sogar fünf oder mehr Arzneimittel einnehmen.
Treten Folge- oder Begleiterkrankungen auf, die eine Veränderung der Medikation nach sich ziehen, bedeutet das eine neue Hürde auf dem Weg zum Therapieerfolg.
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