Management 5 Tipps: Was Sie beherzigen sollten, wenn Sie Mitarbeiter einstellen – oder entlassen

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Wählerisch: C. Richard Panico stellt nur jeden 150. Bewerber ein.

Wählerisch: C. Richard Panico stellt nur jeden 150. Bewerber ein.© impulse

Das entscheidende für eine gute Firmenkultur sind herausragende Mitarbeiter, sagt C. Richard Panico, der 15 Jahre lang für den US-Konzern Johnson & Johnson gearbeitet hat und 1988 sein eigenes Unternehmen gründete. impulse hat er in Chicago seine Strategie für eine nachhaltige Mitarbeiterauswahl verraten.

Tag zwei der impulse-Unternehmerreise nach Chicago brachte ein Treffen mit einem Unternehmer, der wie kaum ein anderer für werteorientierte Führung steht: C. Richard Panico arbeitete 15 Jahre lang für den US-Konzern Johnson & Johnson, bis er 1988 ausstieg und sein eigenes Unternehmen, Integrated Project Management (IPM), gründete.

„Mindestens 100 Jahre“ alt sollte die Firma werden, nahm er sich damals vor, im Zentrum sollten Werte wie Integrität und Ehrlichkeit stehen – keine Selbstverständlichkeit in einer Branche, in der mit allen Mitteln gekämpft wird. Seit 2007 zählt IPM, das inzwischen 115 Mitarbeiter beschäftigt, Jahr für Jahr zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der USA. Der Gründer drosselt das Wachstum bewusst auf 8 bis 15 Prozent, um die Firmenkultur nicht zu gefährden.

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Panicos Erfolgsrezept: eine strikte Orientierung an Werten. Und eine starke Führung. Die Firmenkultur – davon ist Panico überzeugt – entscheidet darüber, ob sich ein Unternehmen erfolgreich entwickelt oder scheitert. Es dauert meist viele Jahre, bis solch eine Kultur geschaffen ist, die auf Ehrlichkeit und Integrität basiert. Doch wenn sie erst einmal etabliert sei, biete sie „einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz“, sagt Panico. Ein weiterer Vorteil: Sie lässt sich weder stehlen noch kopieren.

Voraussetzung ist, dass die Firma herausragende Mitarbeiter an sich bindet – und sich notfalls wieder von einzelnen trennt. Bei der Auswahl ist Panico sehr wählerisch, nur jeder 150. Bewerber erhält bei IPM einen Job. Nach 25 Jahren Erfahrung als Unternehmer gibt Panico anderen Firmenchefs vor allem fünf Tipps mit auf den Weg:

Empfehlung Nr. 1: Stellen Sie nach Charakter ein, nicht (nur) nach Qualifikation!
Versuchen Sie, Bewerber möglichst gut kennen zu lernen – mit Fragen, die nicht an der Oberfläche bleiben, sondern tiefer gehen, die nicht nur auf den Kopf, sondern auf das Herz zielen. Ein Beispiel: „Erzählen Sie mir von einer Situation in Ihrem Leben, in der Ihnen das Herz brach.“ Oder: „Worauf sind Sie stolz?“ Oder: „Erzählen Sie mir, was für ein Bild von Ihnen existiert, welche Reputation Sie haben!“ Wenn Sie gegenseitiges Vertrauen schaffen wollen, müssen Sie auch das Herz erreichen – und sich selbst öffnen. Vertrauen Sie bei der Auswahl Ihren Instinkten.

Empfehlung Nr. 2: Schauen Sie auf die emotionale Intelligenz, nicht auf den IQ!
Je mehr Verantwortung Mitarbeiter in einer Firma übernehmen, desto weniger spielt ihr Fachwissen oder ihre Intelligenz eine Rolle. Es kommt auf ihre Persönlichkeit an, ihre emotionale Intelligenz. Nur dann können sie Führungsaufgaben übernehmen. Nur dann haben sie das Selbstvertrauen, auch einmal einzugestehen, dass sie nicht auf alle Fragen eine Antwort haben.

Empfehlung Nr. 3: Holen Sie sich die besten Talente, die besser sind als Sie selbst!
Panicos enge Vertraute Jo Jackson, seit 25 Jahren Chief Financial Officer, nutzt dafür einen Vergleich aus dem Sport: „Wenn ich mit jemandem Tennis spiele, der besser als ich ist, spiele auch ich mit einem Mal besser. Das Niveau des gesamten Spiels wird angehoben.“

Empfehlung Nr. 4: Besetzen Sie Leitungspositionen mit eigenen, nicht mit externen Kandidaten!
Die Gefahr ist einfach zu groß, dass ein Kandidat von außen nicht zur Firmenkultur passt. So wie das gesamte Unternehmen am besten organisch, also nicht durch Zukäufe wächst, sollten auch die Mitarbeiter langsam an mehr Verantwortung herangeführt werden.

Empfehlung Nr. 5: Seien Sie konsequent: Wer lügt, fliegt raus!
Ehrlichkeit ist einer der wichtigsten Werte bei IPM. Entsprechend wird nicht akzeptiert, wenn jemand dagegen verstößt. Panico kennt da keine Gnade: „Wenn es um Werte geht, verdienen Führungskräfte keine zweite Chance.“ Entweder leben sie die Werte – oder sie taugen nicht als Führungskräfte. Und müssen gehen.

Einblick in das Großraumbüro von Integrated Project Management: Typische amerikanische Cubicle-Arbeitszellen, die nicht erahnen lassen, welche Philosophie im Unternehmen steckt.

Einblick in das Großraumbüro von Integrated Project Management: Typische amerikanische Cubicle-Arbeitszellen, die nicht erahnen lassen, welche Philosophie im Unternehmen steckt.© impulse

 
 

 
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