"Demnächst bring ich noch meinen eigenen Computer mit!" - Was früher humorvoll auf ausufernde Sparrunden in der Firma hinweisen sollte, ist heute eher ein Frustspruch über die mangelnde Ausstattung technischer Geräte. Denn eine Umfrage des Beratungsunternehmens Accenture zeigt: Die Privatgeräte der Mitarbeiter haben häufig einen höheren Standard als die Technik am Arbeitsplatz. Daran haben sich viele so gewöhnt, dass sie nicht mehr verzichten wollen. Zwei von drei Angestellten erledigen deshalb zumindest gelegentlich Berufliches auf Privat-Geräten. Und es mache schlicht mehr Spaß, gesteht die Mehrheit ein.
Besonders häufig kommt dabei der eigene PC oder das Laptop zum Einsatz (56 bzw. 53 Prozent). Ein privates Smartphone nutzen immerhin 36 Prozent der Umfrageteilnehmer hier und da für den Job. Fast jeder Dritte versendet berufliche E-Mails schon mal vom privaten Account. Jeder Fünfte tauscht sich mit Kollegen oder Geschäftspartnern durchaus über Instant-Massaging-Dienste oder soziale Netzwerke aus.
"Mit so genannten Collaboration Tools aus dem Netz zu arbeiten ist für viele Menschen bereits Job-Alltag. Mitarbeiter wollen im Beruf nicht auf das verzichten, was sie als private Verbraucher als praktisch und innovativ erleben. Gerade junge Mitarbeiter erleben die Ausstattung am Arbeitsplatz oft so, als führen sie privat Ferrari, in der Firma dagegen Pferdekutsche", sagt Johannes Michel, Consultant bei Accenture.
Achtung: Viren, Trojaner und Co.!
Und: Der Einsatz privater Geräte, der sich für die Firmen zunächst nach einem Vorteil anhört, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eklatantes Sicherheitsrisiko. Denn auf den Privatgeräten der Mitarbeiter sind häufig nur einfache Virenscanner oder Sicherheitsprogramme installiert. Bei manchem fehlen solche Vorsichtsmaßnahmen völlig. Experten sehen darin geradezu ein übergroßes Einfallstor für Schadsoftware und ebenso für Wirtschaftsspionage. Denn über die Sicherheit auf privaten Geräten hat das Unternehmen keinerlei Übersicht und schon gar keine Kontrolle.
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