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26.01.2012

Bildungsstudie: Lieber einen Master als in Kürze zum Bachelor

Von: Sabine Meinert
Nur 14 Prozent der Studienteilnehmer planen, nach dem Bachelor in den Job zu starten
Zoom Nur 14 Prozent der Studienteilnehmer planen, nach dem Bachelor in den Job zu starten
© dpa
Drei Viertel aller Studierenden wollen die Hochschule nur mit einem Mastertitel verlassen. Der Bachelor als Abschluss zählt offenbar kaum. Er bereite nicht ausreichend aufs Berufsleben vor, sagen die Teilnehmer einer Studie.

Das passende Studienfach und die richtige Universität können heutzutage den erfolgreichen Berufseinstieg immens befördern. Auch ein namhafter Professor und bekannte Dozenten helfen weiter. Vor allem aber zählt der richtige Abschluss. Und den wollen sich Studierende nicht von Politikern und Bürokraten vorschreiben lassen, zeigt eine gemeinsame Untersuchung des Zeitverlags und der Berliner Kommunikationsagentur SWOP.

Auch wenn im Bologna-Prozess unter anderem vorgesehen war, durch Bachelor-Abschlüsse die Studienzeiten zu verkürzen - die jungen Leute lassen sich nicht beeindrucken. Sie entpuppen sich als bildungshungrig und wenig zufrieden mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss. 73 Prozent wollen unbedingt ihren Master machen. Nur 14 Prozent planen, nach dem dreijährigen Bachelor-Studium direkt ins Berufsleben zu starten - späteres weiterführendes Studium allerdings nicht ausgeschlossen.

Bitte nicht noch länger!

Immerhin 42 Prozent der Teilnehmer schätzen ein, dass der Bachelor (noch) nicht genügend auf den Arbeitsalltag und die Aufgaben im Beruf vorbereitet. Sie sehen sich mit einem Master daher besser gewappnet. Sie sind motiviert, gegebenenfalls bis zur Promotion zu gehen.

Die Studenten halten eine Verlängerung der sechssemestrigen Bachelor-Programme eher für keine gute Idee, um den Erstabschluss aufzuwerten. Nur jeder Dritte sieht darin eine gute Möglichkeit. Mit den betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und dem vermittelten Wissen zum Projektmanagement zeigen sie sich inzwischen meistenteils zufrieden. Defizite sehen die Studierenden jedoch weiterhin beim Praxisbezug des Bachelor-Studiums. Drei Prozent sind auch nach Nachbesserungen im 13 Jahre währenden Bologna-Prozess weiterhin unzufrieden mit dem Studium.

Mehr Investitionen bitte!

Auch der Übergang vom Bachelor zum Master gefällt vielen nicht. Den Studienautoren zufolge sind deshalb Unternehmen und Hochschulen gefordert, mehr und bessere Angebote für den zweiten Studienabschluss zu entwickeln, zum Beispiel in Form von berufsbegleitenden Master-Studiengängen. Dafür sei es nötig, die finanzielle Ausstattung der Hochschulen aufzustocken.

Für die "Master Studie 2012" von Zeitverlag und SWOP wurden 1500 Leser des Magazins Zeit Campus befragt nach ihrem Studium, ihren Weiterbildungsplänen und dem Berufseinstieg.

© 2012 ftd.de

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