Niemand ist sicher vor diesen Einbrechern, die keine einzige Tür aufbrechen müssen. Vor Kurzem erwischte es den Sportartikelhersteller Adidas. Tagelang waren dessen Internetseiten nach einer Cyberattacke nicht erreichbar. Adidas hatte seinen Webauftritt vorsorglich vom Netz genommen, um die Kundendaten zu schützen. Nicht nur Konzerne können zur Zielscheibe der Computergangster werden, auch Mittelständler sind zunehmend bedroht. So blies der Hackerklub Anonymous Ende 2010 zur Attacke auf sämtliche Gegner der Enthüllungsplattform Wikileaks. Dabei brachten die Hacker auch die Rechner von missliebigen Anwaltskanzleien zum Absturz.
Immer mehr Versicherer bieten Policen gegen derlei Schäden an Computern und IT-Systemen an. Doch gilt es, vorab möglichst exakt den Versicherungsumfang zu klären - damit es im Fall des Falles keine böse Überraschung gibt. Denn digitale Diebe sind nur eines von vielen Risiken. Weitaus häufiger sorgen Stromausfälle, defekte Hardware oder die eigenen Mitarbeiter für teure Schäden. IT-Versicherungen können helfen, wenigstens die finanziellen Folgen zu begrenzen und Liquiditätsengpässe zu vermeiden.
Für den Basisschutz sorgt zunächst die klassische Elektronikversicherung. Diese Police umfasst sämtliche elektronischen Geräte, neben Computern also auch Telefone, Kopierer und Kassen. "Auch mobile Endgeräte wie Laptops oder Firmenhandys und geleaste Geräte sind versicherbar", sagt Peter Janson, Leiter des Competence Center IT beim Versicherungsmakler Oskar Schunck. Solche Versichrungen zahlen für alles, was nicht explizit ausgeschlossen wurde, etwa Feuer- und Wasserschäden, Explosionen, Blitzschläge und Netzüberspannungen, aber auch Bedienfehler und mutwillige Sabotage durch Mitarbeiter. Abstriche machen die Gesellschaften beim Katastrophenschutz: Schäden durch Erdbeben, Atomunfälle, Kriege oder innere Unruhen sind nicht versicherbar.
"Dieses Kumulrisiko ist derzeit nicht rückversicherbar"
Wer auch seine betrieblichen Daten absichern möchte, muss zusätzlich eine Software- oder Datenversicherung abschließen. Bei vielen Policen zahlt die Versicherung aber nur, wenn der Datenverlust auf einen Hardwareschaden zurückzuführen ist. Sprich: Wird der Rechner geklaut oder brennt der Serverraum ab, zahlt die Versicherung für das Wiederbeschaffen und Neuaufspielen der verlorenen Daten. Löscht dagegen ein Hacker oder ein gekündigter Mitarbeiter aus Rache die Kundendatei oder gibt eine altersschwache Festplatte den Geist auf, bleibt das Unternehmen auf dem Schaden sitzen.
Schwierig zu bekommen ist der Schutz gegen Viren und Würmer: "Dieses Kumulrisiko ist derzeit nicht rückversicherbar, deshalb bieten wir es nicht an", sagt Kalinowski. Kumul bedeutet: Ein Schaden kann eine Unmenge von Kunden gleichzeitig betreffen - etwa ein Computerwurm, der sich republikweit durch Rechner frisst. Selbst große Versicherer werten das als unkalkulierbares Risiko, ähnlich wie einen Atomunfall.
Quelle: ftd.de
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