Ungewöhnliche Lösungsansätze sind die Währung, mit der Unternehmen immer öfter versuchen, Zukunftsfähigkeit einzutauschen. Seit einigen Jahren hilft dabei das gruppenbasierte Design Thinking. Diese Methode wurde in den USA an der Stanford University gemeinsam mit der Design-Agentur IDEO entwickelt.
Design Thinking |
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Der Ansatz des Design Thinking stammt von David Kelley. Der Gründer der Agentur IDEO fand heraus, dass echte Innovation vor allem von multidisziplinären Teams getrieben wird - und zwar in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen. Der Designer Kelley arbeitete schon länger nach dieser Methode, seit 2003 nennt er sie Design Thinking. |
Erfolgskriterien für die Methode sind: eine gemeinschaftliche Unternehmens- und Innovationskultur bilden und möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven zusammenzubringen. |
Die Stanford University betreibt seit gut fünf Jahren das Hasso Plattner Institute of Design, die so genannte D-School, an der Design Thinking gelehrt wird. Weltweit etablierten sich in den vergangenen Jahren ähnliche Institute, darunter die School of Design Thinking am Hasso Plattner Institut Potsdam (ebenfalls D-School genannt) und "d. thinking Paris" in Frankreich. In Moskau und Peking sind D-Schools im Aufbau. Bezogen auf Unternehmensgründungen arbeitet die Universität Koblenz-Landau mit Design Thinking. |
Quelle: HPI School of Design Thinking |
Der Design-Thinking-Ansatz fokussiert auf Menschen mit unterschiedlichstem Background, die sich im Team wiederholt auf verschiedene Denkwege zwischen den Polen "technisch-machbar", "wirtschaftlich vermarktbar" und "menschlich wünschenswert" begeben. Und: die auch Umwege und Fehler als Schritt in die richtige Richtung sehen und damit umgehen können, so der Leiter der HPI School of Design Thinking Ulrich Weinberg. "Design Thinking ist nicht nur eine Methode, ein Werkzeug. Es ist eine Philosophie - von der Gemeinschaftlichkeit, von der Kollaboration, von Multi-Disziplinarität. Sie soll sensibilisieren für die Teamkompetenz und eine neue Innovationskultur. "
Place - People - Process
Weinberg beschreibt die wesentlichen Design-Thinking-Elemente gern mit der Kurzform "Place - People - Process". Denn neben dem eigentlichen Denkansatz, der sich am Entwicklungsprozess von Kreativen orientiert, stehen neben dem Findungsprozess für die beste Lösung vor allem das Team und die Umgebung im Vordergrund.
Zum Raum, in dem neue Ideen geboren werden und laufen lernen sollen, sagt er: "Wohlfühlen, aber auch Mobilität und Flexibilität spielen eine große Rolle. Sobald jemandem ein Gedankenblitz kommt, muss es nicht nur möglich sein, ihn schriftlich festzuhalten. Es muss Material da sein, mit dem ein Bild oder ein erstes Modell erstellt werden kann, das die Idee plastisch macht und weitere Ideen anstößt: Bauklötzchen, Knetmasse, Papier und Karton. Außerdem muss tatsächlich Raum sein, damit die Leute sich und ihre Ideen ausbreiten können. Kreatives Chaos ist dabei ausdrücklich willkommen", sagt Weinberg, der sich selbst gern mit einer Informations-Armada auf bunten Post-its umgibt.
Flink auf den Füßen, flexibel im Kopf
Um diesen Kriterien gerecht zu werden, hat der Multimedia-Fachmann zum Beispiel die "Denkräume" im eigenen Institut mit Möbeln auf Rollen und Stehtischen ausstatten lassen, damit genügend Platz ist, sich im Raum zu verteilen und sich zu bewegen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gedankliche Beweglichkeit auch etwas mit physischer Beweglichkeit zu tun hat. Außerdem fassen sich die Leute kürzer und formulieren prägnanter, wenn man das Brain Storming und die Diskussion im Stehen abhält."
Zudem wurden an der HPI D-School spezielle White Boards und Möbel entwickelt, mit denen man quasi eine Arbeitskoje bauen kann. Sämtliche Notizen, Anregungen, Entwürfe können hier räumlich angeordnet werden. Wer nach längerer Pause wieder zum Team stößt, kann sofort wieder eintauchen in die Projektarbeit und den Stand der Dinge in kürzester Zeit - auch bildlich - erfassen.
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