Dieses Jahr laufe alles rund, sagt Christian Schneider. Mehr noch: "Die Umsatzzahlen gehen steil nach oben", ergänzt der Geschäftsführer des Mittelständlers Schneider Schreibgeräte. Das Familienunternehmen, das mit 500 Mitarbeitern im Harz und im Schwarzwald Kugelschreiber, Textmarker und Füller produziert, komme kaum noch nach mit der Bearbeitung aller neuen Aufträge.
Die Durststrecke des vergangenen Jahres sei überwunden, sagt Schneider. Er schätzt, dass 2010 schon wieder knapp zehn Prozent Wachstum drin sind für das Unternehmen. Doch von Euphorie ist bei ihm nichts zu spüren. "Wir halten uns noch zurück mit Investitionen in neue Produktionsanlagen. Und auch mit Neueinstellungen", ergänzt Christian Schneider. Denn: "Wir wollen jetzt auf keinen Fall übertriebene finanzielle Risiken eingehen." Wer weiß, ob der Aufwärtstrend anhält. Schneider peilt für 2011 lieber ein moderates Wachstum an.

Obwohl Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen für 2010 beherzt nach oben korrigieren, bleiben die meisten Mittelständler auf dem Boden. Die Unternehmer sind in den vergangenen Monaten zwar insgesamt optimistischer geworden, was ihre aktuelle Lage und die Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten angeht. Das zeigen aktuelle Umfragen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ebenso wie das monatlich aktualisierte KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer. Allerdings schwankt die Stimmungslage im Mittelstand noch deutlich von Monat zu Monat.
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Das zeigt, wie hoch die Verunsicherung in den Unternehmen ist. "Unternehmer haben in der Krise erlebt, wie wenig verlässlich Konjunkturprognosen sein können. Und wie schnell und drastisch die Wirtschaft einbrechen kann", sagt Marc Evers, Mittelstandsexperte des DIHK. Die Folge: Unternehmer bleiben trotz der positiven Prognosen misstrauisch, ob der Aufschwung auch langfristig anhalten wird.
So auch Mittelständler Christian Schneider: "Unsere Hauptabsatzmärkte liegen im europäischen Ausland", sagt der Chef des Schreibgeräteherstellers, dessen Exportquote rund 60 Prozent beträgt. Dort ist der Aufschwung noch nicht so deutlich zu spüren. "Erst wenn auch auf den europäischen Kernmärkten und in Deutschland das Umsatzwachstum wieder stimmt, können wir auf eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft vertrauen." Und erst dann will Schneider wieder größere Investitionen ins Auge fassen.
Quelle: ftd.de
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