56 Prozent der Deutschen haben ein positives Bild von Selbststständigkeit. Und am ehesten können sie sich eine Unternehmensgründung ohne Angestellte vorstellen. Immerhin 60 Prozent sprechen sich für eine Solo-Selbstständigkeit aus. Das zeigt eine repräsentative Studie des Direktvertriebsunternehmens Amway unter mehr als 12.000 Beschäftigten in elf Ländern. Der internationale Vergleich zeigt jedoch: Mit dieser recht positiven Einstellung zur Gründung ist Deutschland im Vergleich mit den europäischen Nachbarn zusammen mit Österreich das Schlusslicht. Die positivste Einstellung zur Selbstständigkeit haben die Dänen (89 Prozent). Auch die Franzosen mit 79 Prozent und die Briten (74 Prozent) liegen noch weit vor den Deutschen.
Wer heute noch angestellt in einem Unternehmen arbeitet, für den ist eine eigene Firma offenbar durchaus denkbar. Immerhin jeder Vierte sieht darin konkret eine berufliche Alternative. Laut Studie ist das Gründungspotenzial damit um ein Vielfaches höher als die tatsächliche Zahl der Selbstständigen, die im Moment um die fünf Prozent dümpelt. Andy Goldstein, Geschäftsführer des Entrepreneurship Centers der Ludwig-Maximilians-Universität München, das die Studie als wissenschaftlicher Partner begleitet hat, fordert deshalb das enorme Gründerpotenzial besser auszuschöpfen. Deutschland kann der Studie zufolge durchaus zum Gründerland werden.
Zwei Drittel offen für Selbstständigkeit im Nebenjob
"Je geringer die Einstiegshürden, desto attraktiver ist eine Unternehmensgründung", so Michael Meißner, Vice President Corporate Affairs Europe bei Amway, und fordert: "Selbstständigkeit muss daher vor allem eines sein: Einfach umzusetzen". Nicht so kompliziert und damit attraktiv erscheint vielen Deutschen zumindest eine Selbstständigkeit im Nebenjob. Der Untersuchung zufolge ist das für zwei Drittel der Befragten eine anzustrebende Variante. Rund 28 Prozent der Befragten hoffen jedoch auf die Chance, den selbstständigen Nebenjob später zum Haupterwerb ausweiten zu können.
Aber, so ein weiteres Ergebnis der Studie, den Deutschen mangelt es zwar nicht an Ideen, dafür aber an Geld und Mut. Sie bezeichneten fehlendes Startkapital sowie die Angst davor zu scheitern als große Hürden. Auch mangelndes wirtschaftliches Wissen empfindet jeder als Hemmnis. Insgesamt würden die Hürden, sich selbstständig zu machen, nirgendwo in der Wahrnehmung höher bewertet als hierzulande, so Goldstein. Und dies obwohl die staatliche Gründungsförderung in Deutschland als eine der besten in Europa gilt.
Welche Hindernisse für die Selbstständigkeit sehen Sie? |
|
|---|---|
fehlendes oder zu wenig Startkapital |
71 Prozent |
Angst vor dem Scheitern |
58 Prozent |
fehlende wirtschaftliche Kenntnisse |
52 Prozent |
hohe Bürokratie |
49 Prozent |
fehlende Geschäftsidee |
37 Prozent |
fehlende staatliche Förderung |
33 Prozent |
fehlende Beratung |
25 Prozent |
keiner davon |
6 Prozent |
Jeder zweite Deutsche verspricht sich von der Möglichkeit, eine eigene Firma zu gründen, mehr Geld. Außerdem geht es vielen um die Gelegenheit, unabhängig zu arbeiten und um Selbstverwirklichung.
Was wäre ein Grund für Sie, sich selbstständig zu machen? |
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|---|---|
zusätzliche Verdienstmöglichkeit |
52 Prozent |
mein eigener Chef sein |
49 Prozent |
Selbstverwirklichung/besser Chance, eigene Ideen umzusetzen |
42 Prozent |
bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit |
30 Prozent |
Rückkehr in den Arbeitsmarkt |
20 Prozent |
keiner davon |
11 Prozent |
In Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut GfK haben das Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität München und das Direktvertriebsunternehmen Amway von August bis Oktober dieses Jahres 12.510 Personen in Dänemark, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreiche, Polen, Russland, in der Schweiz, der Türkei und der Ukraine nach ihrer Einstellung zur Selbstständigkeit befragt. Die Studienergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerungen. Mehr Informationen unter: www.zukunft-selbstaendigkeit.de
Quelle: ftd.de
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