Für Michael Beer begann die neue Logistikzeitrechnung vor vier Jahren. Der technische Leiter des Ventileherstellers GSR musste immer mehr Aufträge unter einen Hut bekommen, die Losgrößen wurden kleiner, das Produktionsvolumen größer. „Wir hatten zwar eine grobe Ahnung, wann es wo in der Fertigung einen Engpass geben könnte“, sagt Beer. „Aber man will die Aufträge ja haben, also sagt man erst einmal zu.“
Oft konnte Beer dann nur noch kurzfristig reagieren, was Stress und hohe Kosten mit sich brachte. Besserung brachte eine Software fürs Supply-Chain-Management (SCM), die genau weiß, welche Produktionslinien wann gebucht sind. Und auch gleich durchgibt, wann GSR bei einer Auftragsänderung welches Material ordern muss und am Kommandostand der Fertigung präzise durchgibt, wo es eng wird.
„Wir wissen seitdem frühzeitig, wo es Probleme gibt und können rechtzeitig umplanen und uns zum Beispiel nach einem alternativen Lieferanten umschauen.“ Außerdem konnte GSR die Lagerbestände und damit die Kapitalbindung reduzieren.
Logistik und SCM sind heute kaum mehr sauber zu trennen, weder begrifflich noch in der praktischen Arbeit. Es geht darum, wie Unternehmen den Materialfluss steuern, vom Lieferanten übers Lager und die Produktion bis zum Kunden, und bei Reklamationen auch wieder zurück.
„Wer heute seine Logistik optimieren will, muss die Lieferkette innerhalb und außerhalb des Unternehmens im Blick haben“, sagt Helge König, Experte für Supply Chain Operations und Logistik bei der Unternehmensberatung J&M. „Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen haben hier Nachholbedarf.“ Im Idealfall können Firmen dank verbessertem SCM ihren Umsatz steigern und die Kosten senken.
Quelle: ftd
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