Nicht nur deutsche Markenunternehmen und Maschinenbauer leiden unter Produktpiraterie. Europaweit geht Unternehmen Umsatz verloren. Weil weltweite Fälscherringe grenzübergreifend agieren und für alle Staaten der Europäischen Union ein Problem darstellen, hat die EU-Kommission Anfang April eine Beobachtungsstelle für Marken- und Produktpiraterie eingerichtet.
"Die einzige Art und Weise, wie wir dieser Bedrohung Herr werden können, ist die Zusammenarbeit Seite an Seite", sagt Charlie McCreevy, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen. "Rechtinhaber, Politiker, Gesetzgeber, Strafverfolger, Verbrauchergruppen - alle von uns müssen zusammenarbeiten."
Die Beobachtungsstelle soll genau das ermöglichen. Ihre Aufgabe ist es, als zentrale Institution Daten und andere Informationen über die Fälschungsindustrie zu sammeln. "Sie soll Ressourcen bündeln, damit wir an die Wurzeln des illegalen Handels gelangen", sagt der EU-Kommissar.
Betroffene Unternehmen können sich austauschen
Weiteres Ziel der Einrichtung: Unternehmen, die von Piraterie betroffen sind, miteinander zu vernetzen. Sie soll als Mittler ermöglichen, dass sich auch Konkurrenten auf neutralem Boden über gemeinsame Strategien gegen die Fälscherindustrie verständigen.
Darüber hinaus soll sie den europaweiten Austausch von bewährten Verfahren zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums zwischen Unternehmen und nationalen Behörden unterstützen.
McCreevy geht dabei davon aus, dass vor allem der Austausch von Tipps, etwa wie gesetzliche Vorgaben in der Praxis um- und Markenrechte durchgesetzt werden, für die Unternehmen hilfreich ist.
Endverbraucher-Kampagne gegen Produktfälschungen
Wie der Austausch praktisch gestaltet sein kann, demonstriert eine Kampagne der VDMA-Fachverbände Bau- und Baustoffmaschinen. "Choose the Original - Choose Success" zielt darauf ab, das Bewusstsein aller Beteiligten für die Probleme der Produktfälschung zu sensibilisieren - in der Herstellung ebenso wie in der Vertriebskette.
Sie legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf den Endverbraucher. Die Website der Kampagne klärt über Probleme auf, die Fälschungen aufwerfen. Und zeigt, wie riskant der Kauf von Produktfälschungen für Verbraucher ist. Diese Kampagne haben inzwischen unter anderem Industrieverbände sowie die Länder Österreich, Luxemburg, Spanien und die Niederlande übernommen.
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