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Serie: So entsteht eine gute Marke

Namen + Logos + Slogans + Versprechen: So einfach zusammenbauen lässt sich eine gute Marke natürlich nicht. Trotzdem kann man anhand dieser Elemente bereits viel über Marken lernen. Wir haben deshalb Experten gebeten, Namen, Logos, Slogans und Markenversprechen ganz unterschiedlicher Mittelständler und Familienunternehmen zu kommentieren.


23.02.2012

Markenführung: Was einen guten Markennamen ausmacht

Von: Bernd Samland, Werner Brandl
Markennamen
Zoom Markennamen
Auf ihn baut ein Unternehmen seinen guten Ruf auf. Er wird ausgesprochen, aufgeschrieben, weitergereicht, setzt sich in den Köpfen fest - und macht unverwechselbar. Bekannte Markennamen im Expertencheck.

Die Experten

Der Medienwissenschaftler Bernd Samland ist Geschäftsführer der Benennungsagentur Endmark und Dozent an der Uni Köln.

Der Sprachwissenschaftler Werner Brandl ist Experte für Markennamen und Namensfindung. Er hat eine Namensagentur in München.

Bernd Samland:

Glücksfall Dieser Name ist ein Glücksfall - ist es doch einer der wenigen Fälle in denen ein Familienname als Markenname gut funktioniert. Normalerweise ist heute bei der Etablierung neuer Marken dringend von Familiennamen abzuraten. Zum einen weil sie selten Alleinstellung gewähren, zum anderen weil verwandtschaftliche Probleme (siehe Birkenstock) und andere Imagetransfer-Gefahren die Marke bedrohen können. Außerdem kann es im Zeitalter der Mergers & Acquisitions ein wertrelevantes Problem darstellen, wenn die namensgebende Gründerpersönlichkeit nicht mehr involviert - oder anderweitig engagiert ist. Ausnahmen bilden solche Namen, die gar nicht wie Nachnamen klingen. Dazu zählt Hipp ebenso wie Sixt. So hat Claus Hipp großes Glück mit seinem Namen: Neben der Bedeutung des Wortes "Hip(p)" im Sinne von "in/angesagt", entspricht der Name von Anfang an phonetisch typischen Baby-Lauten, die auf Erwachsene sympathisch wirken.




Werner Brandl:

Mr Babybrei Häufig eine schnell umsetzbare und oft auch durchaus gute Lösung: einfach den Familiennamen als Unternehmensnamen nehmen. Dies wurde früher noch häufiger gemacht als heute, was aber damit zusammenhängt, dass einfach immer mehr Familiennamen als "störende" Marken bereits eingetragen sind. Hipp klingt schnell, fröhlich, spitz, auch kurz und knackig. Die Ähnlichkeit mit dem englischen "hip" ist sicher nicht negativ zu sehen. Bei Hipp ist der Familienname auch deshalb so passend, da die Marke über den Namen und die dahinter stehende Person ständig mit neuen Inhalten gefüllt wird. Der Gebrauch des Familiennamens reichert so die gleichlautende Marke an. Risiko: schlechte Nachrichten im Kontext des Familiennamens schlagen voll auf die Marke durch.

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