Die Idee hatte Charme, deshalb fand ich sie auf Anhieb überzeugend: ein Reiseveranstalter, der seine Kunden in eigenen Flugzeugen zu ihrem Urlaubsziel bringt. Deshalb hat Öger Tours die Fluggesellschaft Atlasjet gegründet, 2001 war das. Also ganz schlechtes Timing.
Erst kam der 11. September, und monatelang wurde deutlich weniger geflogen. Die Fluggesellschaften haben sich mit ihren Preisen gegenseitig unterboten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Ich hatte einen eigentlich klugen Plan: Während des Sommers brachten wir unsere Kunden an die Urlaubsorte an der Südküste der Türkei. Im Winter ist da wenig los, also habe ich unsere Flugzeuge im Dezember 2003 an eine thailändische Gesellschaft verleast. Sämtliche operativen Kosten- Leasingraten, Versicherungen, Landegebühren, Treibstoff, die Crew - habe ich bezahlt.
Im Mai habe ich die Flugzeuge und die Crew mit Müh und Not wieder rausfliegen können - aber keinen Cent haben die Thais gezahlt, da konnte ich noch so viel drohen. Wegen des Überangebots waren die Preise damals dermaßen im Keller, da konnte man eine Fluggesellschaft nicht gewinnbringend betreiben. Dafür stiegen die Ölpreise, was wir auch nicht eins zu eins an unsere Passagiere weitergeben konnten. Egal was ich versucht habe: Wir kamen aus den Miesen nicht raus. Also habe ich die Linie 2005 verkauft. Atlasjet war garantiert mein teuerster Fehler: Im Laufe der nicht mal vier Jahre ist ein zweistelliger Millionenverlust aufgelaufen.
- Aufgezeichnet von Michael Prellberg -
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